Annas Blog

Category: als Comenius-Assistentin in Tschechien (page 3 of 4)

Türschwellendidaktik

Die Englischlehrerin unserer Schule (Mirka) hat weder Pädagogik studiert, noch ist das ihr einziger Job. Sie ist eigentlich Ärztin und versucht derzeit in diesen Beruf (in dem Sie über zwhn Jahre nicht gearbeitet hat) zurückzukehren. Daher ist sie nur an drei Tagen in der Woche an der Schule und an zwei Tagen davon pendelt sie zwischen Krakenhaus und Schule (ist ja im Prinzip ein Gelände also nicht so problematisch). Leider wirkt sich das massiv auf ihren Unterricht aus.

Ich arbeite meistens mit meiner Mentorin zusammen (Deutsch und Englisch), aber ab und zu gehe ich auch mit in Mirka in die Englischgruppen. Gestern war das wieder alles andere als erfreulich. Zum einen finde ich es anstrengend, dass sie mir keine Gelegenheit gibt mich vorzubereiten. Wenn ich frage was wir am nächsten Tag machen bekomme ich eigentlich immer nur wage Antworten (und ich war schon wirklich hartnäckig), meistnes sagt sie dann: “du kannst auch gerne was eigenes machen.” Würde ich ja, nur wie soll das gehen, wenn man nicht weiß zu welchem Thema?? Ihren genauen Plan eröffnet sie mir meist zum Stundenklingeln, was heißt, dass wir normalerweise mindestens fünf Minuten zu spät kommen, das scheint aber weder sie noch sonst irgendjemanden zu stören oder zu interessieren. In der Stunde hat sie wenn ich dabei bin gar keine Lust mehr und setz sicht meist an ihren Lehrertisch. Damit habe ich prinzipiell kein Problem, aber sie Quatsch mir dann doch ab und zu von der Seite rein und das nervt wirklich. Ich hab ihr das zwar schon mal gesagt und sie hat gemeint sie würde sich zurückhalten, aber zwei Stunden später war das wieder vergessen.

Am nervigsten finde ich aber, dass ihre Gruppen null Disziplin haben. In keiner anderen Stunde geht so oft jemand auf die Toilette, hört ein Teil der Klasse Musik oder macht irgendwas anderes. Das die Schüler dünf Minuten vor Ende der Stunde einpacken und die Klasse beim Klingeln schon komplett leer ist hat offensichtlich nur mich gestört. Aber was soll ich tun, ich bin dort nicht zu häufig (Gottseidank um ehrlich zu sein) und mit einer Stunde alle zwei Wochen (die ich ja nicht mal alleine halte) kann ich die wohl kaum erziehen, wenn die anwesende “richtige” Lehrerin das OK findet…

Also nicht gegen Mirka, die ist an sich ein lieber netter Mensch, wenn auch ein wenig abgedreht (Hare-Krishna-Anhängerin und Vollblut-Veganerin), aber ich hoffe wirklich, dass ich als Lehrerin niemals so werde …

Exkursion

Heute Vormittag waren wir mit allen Schülerinnen,die Deutsch lernen in Prag im Goetheinstitut, um uns den Film “Prinzessinnenbad” anzusehen. Es sind tatsächlich alle Schülerin außer einer, bei der das zu erwarten war, gekommen. Der Film war zwar auf Deutsch, aber sehr zur Freude der Schülerinnen mit tschechischen Untertiteln versehen.

Mir hat der Film gut gefallen, allerdings muss ich mir heute noch ein wenig den Kopf darüber zerbrechen, wie wir morgen damit weiterarbeiten. Als Erinnerung und für die Nächste Stellwand zum Tag der offenen Tür gab es ein schönes Gruppenfoto. :)

Voller Einsatz am Montag morgen …

Heute morgen musste ich ein wenig früher in der Schule kommen, weil die Schulleiterin zur Hospitation in die erste (eigentlich nullte) Stunde kommen wollte. Das hatte ich gerstens Abend auf dem Rückweg aus Bratislava erfahren und ich gebe zu, dass es mich schon einwenig gestresst hat. Obwohl, die Schulleiterin versteht kein Deutsch, also was solls :).

Es lief auch alles ziemlich gut, wir haben die Schülerinnen inhaltlich auf den Filmam Mittwoch (im Goetheinstitut in Prag) vorbereitet. Oh man ich bin echt gespannt, wie das so wird. Der Film heißt Prizessinnenbad und es handelt sich um einen Dokumentarfilm über drei Mädchen aus Berlin-Kreuzberg. Ich habe den Film leider selbst noch nicht gesehen, kenne aber den Trailler und ich denke nicht, dass das einfach wird dür die Mädels zu verstehen was passiert. Es kommen alles Schüler der 2., 3. und 4. Klasse mit, die schon länger Deutsch lernen. Jana größte Sorge ist, dass die Hälfte nicht am Bahnhof auftaucht. Das ist zum Teil schon ein Problem in diesen Klassen. Ausflug bedeutet leider für viele Schülerinnen, dass sie denken, es handelt sich eh nicht um erst zu nehmenden Unterricht und dann bleiben sie lieber zu Hause. Das wäre natürlich ein wenig peinlich, da wir immerhin auch 20 Plätze extra resertviert haben.

Ansonsten habe wir den Umgang mit deutschen Fahrplänen und Karten des ÖPNV geübt, das war schwieriger für die Schülerinnen, als ich erwartet hatte.

In Englisch habe ich jetzt eine andere Gruppe von Schülern bekommen. Nicht die leitungsschwachen, sondern die die eher unruhig sind und nicht gerne mitarbeiten. In einer kleinen Gruppe (5 Schülerinnen) kann man auch mit denen ganz gut arbeiten (was für eine Überraschung ;)). Allerdings muss ich mich darauf auch erstmal wieder einstellen…

 

uff

Wieder zu Hause – bevor ich das hier schreiben kann, muss ich erstmal darüber nachdenken, was ich heute eigentlich alles so gemacht habe…

Ach ja, los ging es heute morgen wieder im Gymnasium. Unsere dritte Klasse war zu einer kleinen Theatervorstellung auf englisch zum Thema “present perfect simple” eingeladen. Das war wieder erwarten recht lustig, denn die Schauspieler (Ein Texaner, ein Engländer und eine Tschechin) haben einen kleinen Krimi gespielt und die Schüler sollten herausfinden, wer das Verbrechen begangen hat.

Danach sind wir zurück zur Mittelschule gegangen (Benesov lag immer noch unter einer dicken Schicht Nebel, die sich als Eis auf dem kalten Boden abgesetzt hat – es sah fast aus als hätte es ein wenig geschneit).

Dort habe ich Projektbesprechung mit meiner Englischgruppe gehabt. Wieder erwarten hatten tatsächlich alle Schüler und Schülerinnen  etwas vorbereitet, womit man weiter arbeiten kann, wenngleich es noch eine Menge zu tun gibt. Nach dem Mittagessen hatten wir zwei Stunden Deutsch, die waren aber unspektakulär. Das Mittagessen war ein wenig gruselig: grauer Spinat, Knödelscheiben, Soße und eine Fleischscheibe. Wenn man mal davon absieht, dass das (meiner Meinung nach) gar nicht zusammenpasst, war es auch geschmacklich nicht so der Hit :(.

Heute Nachmittag hatten wir Elternsprechtag. Direkt nach unserer letzten Unterrichtstunde tauchten auch schon die ersten Eltern bei uns im Büro auf und wollten erklärungen für die Noten oder einfach nur mit den Lehrern reden. Das war echt anstrenged, weil man gar keine Zeit hatte mal durchzuatmen, sondern es sofort weiterging. Das ist eigentlich nicht so vorgesehen, aber die Eltern kommen oft einfach früher um nachher, wenn alle da sind nicht warten zu müssen.

Naja auch das ist überstanden und jetzt werde ich mal meine Sachen für Bratislava packen, denn da gehts ja morgen erstmal hin!

 

Besuch im Krankenhaus

Heute hatte ich die Gelegenheit mir das Krankenhaus und die Stationen wo die Schülerinnen der 3. und 4. Klasse regelmäßig arbeiten einmal genauer anzuschauen. Zwei der Lehrerinnen für die beruflichen Fächer (Pflege, Somatologie, ..) haben mich mitgenommen und mir die verschiedenen Stationen gezeigt. Das war sehr interessant, wobei ich natürlich nicht genau weiß, wie Krankenhäuser normalerweise so aussehen. (Bei meinen bisherigen Besuchen hatte ich eigentlich immer andere Dinge im Kopf.) Die meisten Räumlichkeiten sind innen recht neu, was man dem Krankenhaus von außen gar nicht ansieht. Aber offensichtlich ist das vor einigen Jahren alles renoviert worden. Und ich habe tatsächlich alles gezeigt bekommen. Angefangen bei der Intensivstationen, wo mir ein ernstdreinblickender Oberarzt die ganzen Gerätschaften erklärt hat (hab nicht alles verstanden, hätte aber auch nicht gewusst wonach ich fragen sollte), über die HNO- Station mit Kinderspielzimmer, die chirugischen Stationen und die Geburtsstation. Letztere hatten heute schon drei Keiserschnitte, die kleinen Säuglinge haben sie uns auch gleich noch gezeigt, man sind die zu Anfang winzig!

Anschließend haben wir verabredet, dass ich vielleicht doch nochmal die Gelegenheit bekomme mit ins Krankenhaus zu gehen, wenn die Schüler auch da sind. Damit ich einfach mel sehen kann, was sie dort alles machen. Die Schulleiterin will dass nicht und mir ist auch klar, dass ich am Bett der Patienten dann nichts zu suchen haben, aber interessieren würde mich das schon. Schaun wir mal…

Pädagogische Beratung

Die pädagogische Beratung hat mir gestern Nachmittag einen seeehr lange Tag bescherrt. Auf halber Strecke wäre ich fast eingeschlafen, als die Schulleiterin einen 20 min Monolog über irgendeine Gesetzesänderung gehalten hat, die die Krankenhäuse und die Schulen die Krankenschwestern ausbilden betrifft. Es war mir schon ein wenig peinlich, da die Schulleiterin das vermutlich mitbekommen hat, wie mir langsam die Augen zugefallen sind. Aber es war echt nicht interessant für mich und außerdem habe ich größtenteils eh nur Bahnhof verstanden. Für irgendwelche Feinheiten aus Gesetzestexten reicht mein Tschechisch also nicht…

Ansonsten frage ich mich, was daran pädogogisch ist, wenn alle Lehrer sich über schlechte Schüler aufregen und einzeln aufgezählt wird welcher Schüler wo eine fünf hat?! Das hatte irgendwas mit der Vorbereitung auf die Elternsprechzeit am Donnerstag zu tun, aber was das gebracht hat weiß ich nicht. Zumal ich mit vielen Namen nichts anfangen konnte, denn ich kenne meist nur die Vornamen. Ich kann mir die tschechischen Nachnamen total schlecht merken vorallem die weiblichen, weil durch das -ova am Ende hört sich immer Alles so gleich an (Kuselkova, Kackova, Strakova, Hrdlickova,… und wie sie alle heißen). Eingängig finde ich irgendwie immer nur die, die sich ursprünglich deutsch anhören (Cimmermannova, Hartmannova,…).

Sonstige Neuigkeiten, die eher am Rande diskutiert wurden: der Tag der offenen Tür, Vorstellung aller Mittelschulen in Benesov, der Exhibitionist vor der Schule (ich hab keinen gesehen, aber offensichtlich was da letzte Woche einer), Die Sitzpläne und wie man die Schüler anders anordnen könnte ;)

Alles in allem nur mäßig interessant. Aber ich habs bis zum Ende durchgehalten.

 

Langer Tag als Einzelkaempfer

Gestern Abend auf dem Heimweg nach Dresden habe ich erfahren, dass ich heute alle Stunden alleine halten muss. Unpraktischerweise hatte ich die Buecher in der Schule gelassen, aber ich war eigentlich gut genug vorbereitet. Die Stunden in der vierten Klasse liefen supper sowohl die Anfaenger als auch die Abiturvorbereitung, die 2./3. dagegen war ein wenig bockig (das ist die Problemklasse von letzter Woche), in der ersten Stunde haben sie noch gut mitgemacht, aber die Kommunikationsuebungen waren super anstrengend. Mein Problem ist bloss, dass ich das klaerende Gespraech nicht ohne Jana fuehren wollte, weilbisweilen ja doch eine Sprachheurde besteht. Hinterher habe ich mich aber geaergert, weil ich vielleicht doch haette gleich was sagen sollen.

In der 4.A haben wir mit dem Thema Maenner und Frauen angefangen Zum EInstieg hatten wir ueber verschiedene Bilder gesprochen und darueber diskutiert, ob diese (Putzeimer, Sportwagen, Kinderwagen, also alle Klischees) eher Maennern oder Frauen zuzuordnen waeren. Anschliessend haben wir den Anfang von “Warum Maenner nicht zuhoeren und Frauen nicht einparken” angeschaut. Bei letzten malhaben die SchuelerInnen sehr verhalten reagiert, als wir einen Film angeschaut haben. Diesmal waren sie voll dabei und richtig begeistert. Das hat mich ueberrascht und gefreut.

Im Moment warte ich darauf, dass die paedagogische Beratung anfaengt ( um zwei), da Jana nicht da ist werde ichihren part dazu beitragen. Der besteht aus zwei Saetzen: “Všechno dobry, ale v 4. A: Nemůžu a nebudu klasifikovat Lucku V.  – nemá docházku”. Das heisst im grossen und ganzen wird es recht langweilig fuer mich.

Nachher muss ich noch einkaufen und dabei gut ueberlegen, was ich diese Woche noch so brauchen koennte, weil am Freitag bin ich ja schon wieder unterwegs. Anschliessend gehts schwimmen und dann bin ich glaub´ so muede, dass ich direkt ins Bett fallen kann :)

 

Kritik

Heute war ich mit Mirka zum ersten mal in der 3. A für den Englischunterricht. Diese Gruppe hatte ich bislang noch nicht unterrichtet. Wir haben das Kennenlernspiel (Autograph hunter) gespielt und sie hatten die Gelegenheit mir ein paar Fragen zu stellen. In der zweiten Stunde gab es einen Auszug aus Oliver Twist, englisch (sehr schwer zu verstehen für meine Ohren) mit tschechischen Untertiteln (sehr irritierend).

Danach hatte ich aber noch ein Gespärch mit Jana. Die Schülerinnen der 2./3. A haben sich bei ihr über eine Dinge beklagt. Dabei geht es vor allem um den Unterricht, den wir gemeinsam gestalten und auch um die Art und Weise wie ich an der Schule eingesetzt bin. Wenn ich sagen würde, dass mich das nicht auch ein wenig getroffen hat, wäre das wohl gelogen, aber ich versuche an dieser Stelle trotzdem mal es möglichst sachlich und unkommentiert wiederzugeben, was Jana mir gesagt hat.

1. Die Schülerinnen finden es irritierend zwei Lehrerinen in der Klasse zu haben, sie kennne Jana als ihre Deutschlehrerin und wollen mich nicht als zweite Lehrerin, sondern eher als Freundin

2. daraus ergibt sich, dass sie das Gefühl haben, dass ich zu viel Zeit nur mit den Lehrern verbringe und keine Zeit für die Schüler habe. Sie würden gerne auch privat Zeit mit mir verbringen.

3. Sie haben den Eindruck, ich würde sie für dumm halten, weil ich manche Dinge zu langsam und ausführlich erkläre.

4. Sie möchten lieber in kleineren Gruppen mit mir zusammenarbeiten und ich soll ihre Test nicht benoten oder sie überhaupt bewerten.

Jetzt sind das soweit erstmal die Kritikpunkte, stellt sich die Frage, wie geht man damit sinnvoll um? Klar ist, dass wir an der Art und Weise wie wir im Unterricht arbeiten offensichtlich etwas ändern müssen. Zu Anfang hatten wir eine Stunde jeden Dienstag festgelegt, in der ich allen Schülern, die Interesse haben Zeit zur Verfügung stelle. Da ist leider niemand gekommen. Wie geht man also mit diesem Vorwurf um? Für mich ist das auch eine Frage danach, wie ich meine Rolle definiere. Tatsache ist, dass ich nun mal knapp zehn Jahre älter bin als die Schüler. Ich fühle mich als Lehrerin, zwar noch nicht fertig ausgebildet, aber das ist die Rolle, mit der ich mich identifiziere. Und für einige an der Schule bin ich das auch, die Gruppe in der 1.A (Englisch) mit der ich gerade arbeite akzeptiert und sieht mich zweifellos als solche. Dort hat gerade heute eine Schülerin zur anderen gesagt “das können wir die Lehrerin ja noch fragen”, worauf die andere meinte “du meist wir fragen Anicka”, worauf erstere nur sagte, “naja sag’ ich doch” [frei übersetzt aus dem tschechischen ;)]. In den beiden deutsch Gruppen in der vierten Klasse, bin ich mir nicht ganz so sicher, wie die mich sehen, aber ich denke auch da eher als Lehrerin. Warum ist das in den anderen beiden Klassen anders?

Die Kritik an meiner Korrekturarbeit kann ich nachvollziehen und eigentlich ist das auch nicht meine Aufgabe. Allerdings ist es so, dass ich nur dann tatsächlich Test korrigiert habe, wenn es sich um einfach Vokal- bzw. Grammatiktestgehandelt hat. Da war das Bewertungsschema klar und ich habe nur entsprechend die Punkte zusammengerechnet. Ich habe allerdings schon zu Jana gesagt, dass ich das nicht weiter machen möchte, wenn das für die Schüler ein Problem ist.

Wirklich getroffen hat mich vor allem der Punkt, dass sie glauben ich halte sie für dumm. Das ist definitiv nicht so. Aber wie soll ich ihnen erklären, dass es schwer ist für mich einzuschätzen, was für sie einfacher, was schwieriger ist. Und woher soll ich wissen, dass sie es längst verstanden haben, wenn sie bei der Übung trotzdem alles falsch machen. Für mich war das ein Indiz dafür, dass es eben noch nicht klar ist. Wie geht man denn damit um?

Nun ja, da kann ich mir jetzt ein wenig den Kopf drüber zerbrechen. Falls jemand Ratschläge hat, immer gern!

Theater und Interviews

Gestern gab es in der Aula des Gymnasiums in Benesov (wunderschönes Schulgebäude, tolle Aula mit Stuck an der Decke, aber kein Toilettenpapier auf dem Klo) eine kleine Theatervorstellung für die Schüler unserer Schule. Es ging darum ein wenig Theater Geschichte zu vermitteln und es wurde ein wenig Shakespeare (Hamlet), Molliere (irgendwas lustiges) und ein russischer sowie ein tschechischer Schriftsteller vorgestellt (beide Namen habe ich vergessen). Es war eine zwei mann Swow und es war sehr lustig und interessant gemacht, zumal auch die Schüler immer wieder mit einbezogen wurden.

Dabei ist mir wieder aufgefallen, dass die Schüler der Schule absolut nicht in der Lage sind, längere Zeit auszuhalten ohne auf die Toilette zu gehen. In den Schulstunden dürfen sie selbstverständlich gehen, wenn sie fragen. Ich wäre ja dafür, dass die einfach ohne zu fragen gehen, weil das weniger störend für alle wäre. Jedenfalls ist ein nicht unerheblicher Teil unserer Schülerinnen während dieser 1,5 Stunden in Richtung Toilette gewandert. Natürlich möglichst zu zweit. Darüber haben sich sogar die beiden Schauspieler lustig gemacht…

Ansonsten musste ich gestern einige Fragen in einem Schülerinterview beantworten. Ncäshte Woche ist Tag der offenen Tür an allen Schulen hier in Benesov und ich gehöre selbstverständlich mit Lebenslauf, Foto und Interview plus Informationen zum Comeniusprojekt an eine Stellewand. Jana hat schon gestöhnt, jeder Lehrer muss eine Stellwand füllen und es solllen natürlich möglichst interessante Dinge sein um zukünftige Schüler zu werben.

Die Tücken der deutschen Sprache

Die Tatsache, dass Deutsch meine Muttesprache ist, bedeutet im Unterricht nur, dass ich keine Fehler mache. Das heißt aber nicht, dass ich Grammatik besonders gut erklären kann und vor allem heißt das nicht, dass ich weiß, an welcher Stelle die Schüler Probleme bekommen und was ihnen leicht fällt. Und dabei spreche ich immerhin gut genug Tschechisch, um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen deutscher und Tschechischer Aussprache, Grammatik, etc. zumindest Ansatzweise zu kennen.

Einige Beispiele:

- Warum haben die Schüler Probleme mit Nebensetzen mit weil/darum – man kann sie doch eigentlich exakt ins tschechische Übersetzen?

- Warum stellen sie Adjektive auf einmal hinter das Subjekt (das Haus groß), wenn sie das im Tschechischen auch nie machen würden?

Das und die Einschätzung dessen, was die Schüler können sollten (korrekt konjugierte Verben und Zeitformen z. B.) und was wiederrum verzeihliche Fehler sind (wenn sie das Genus nicht korrekt verwenden), finde ich sehr schwierig. Zumal Jana immer sagt, es soll für mich verständlich sein. Ich verstehe viele Sätze auch, wenn das Verb nicht in seiner korrekten Form gebraucht wird – ist aber ein ganz grober Fehler, dafür fallen die Schüler durch die Abiturprüfung.

Völlig irritiert bin ich manchmal, wenn sie mitten in der Stunde auf einmal Erklärungen für gramatische Phänomene oder Auspracheprobleme haben will. Noch ein paar Beispiele:

Wann spricht man ST als scht wann als st? Kleiner Tipp, es hat was mit der Stellung im Wort zu tun, aber darauf muss man so schnell erstmal kommen.

Wo ist der Unterschied zwischen ich muss und ich müsste (und zwar nicht gramatikalisch, den kenne ich auch), wann verwendet man was und warum?

Warum sagt man es gibt Ärger und nicht es ist Ärger, die tschechische Übersetzung ist wörtlich erstens nicht möglich, zweitens unterscheiden sie nicht zwischen es gibt und es ist, sie übersetzen es gleich …

Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten ist eine wirklich interessante Erfahrung und es hat nichts gemein mit dem Deutschunterricht, den ich an einer Berufsschule irgendwann mal geben werde. Aber ich kann nur sagen: Es macht echt Spaß!

 

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