Annas Blog

Tag: Theater

Bei Bier und Bionade

Ich habe das Gefühl diese vier Menschen kaum zu kennen, bei Manchen bin ich mir nicht mal mehr sicher, wie sie eigentlich heißen. Die Vorstellungs- und Namensspielchen vom Semesterbeginn sind schon wieder so lange her. Trotzdem sitzen wir jetzt nach dem Schauspielkurs gemeinsam in der “Bar der Bühne” bei Bier und Bionade. Die Getränkeverteilung verhält sich wie die Charakterverteilung. Die extrovertierten trinken Bier, der eher introviertierte Rest hält sich an der Bionade fest. Morgen ist schließlich Uni und alle müssen mehr oder weniger früh aufstehen.*

Das wirklich interessante an diesem Abend sind aber die Gesprächsthemen. Continue reading

In Bewegung

“Wir gehen alle langsam durch den Raum den Blick auf den Boden, lassen den Tag Revue passieren, erinnern uns an den schönsten Augenblick. Versucht dieses Gefühl noch einmal herbeizurufen! Wie hat sich das angefühlt?!”

Die Stimme, zu der sich etwa 50 Studenten träge mit gesenktem Kopf durch den Hörsaal bewegen, hat fast etwas meditatives.

“Schaut jetzt die Menschen um euch herum bewusst an, seht ihnen ins Gesicht. Wer sind Sie?” Continue reading

Pfingstferien

Kurzer Überblick über die Highlights der letzten Woche:

  • Opern sind bisweilen deutlich alberner als die schlimmsten Soaps. Bestes Beispiel: Mozarts “Cosi fan tutte”. Offensichtlich sah der Regiseur das aber auch so, sonst wären wohl nicht alle Darsteller in Clownskostümen aufgetreten.
  • Probiert: Zwei vegane Kuchen und sie waren beide hervoragend!  Allerdings sollte man keine Angst vor Kalorien haben.
  • Sonstige kulinarische News: Vegetarische Anfänger habens nicht leicht! Aber hier gilt “Was in Vegas (oder in M***) passiert, bleibt in Vegas!” Also sprechen wir nicht drüber.
  • 3D-Bogenturniere machen echt Spaß, solange man das Testosteron-Gehabe der bewaffneten Männer (und einiger Frauen) übersieht.
  • Alte Freundschaften auffrischen ist was Gutes, Schulzeit Gespräche á la “wie hieß der Lehrer noch mal…?” sind aber inbegriffen.
  • Zugfahren kann Spaß machen, muss aber nicht.
  • Berlin bei Regen ist unattraktiv.
  • Ich habe mir mit dem Besuch im Pergamon Museum den Wunsch erfüllt das Ishtar Tor zu sehen und hindurch zu gehen. Das wollte ich schon, seit ich das erste Mal das “Museum der gestohlenen Erinnerungen” von Isau gelesen habe. Das ist zwar schon eine Weile her, aber da ich das Buch sehr oft (zweistelliger Bereich) gelesen habe, ist die Geschichte bei mir immer noch sehr präsent. Leider ist nichts passiert, sonst könnte ich wohl jetzt nicht schreiben. ;)
  • Shakespeare in 90 Minuten ist utopisch. Wusste ich natürlich vorher, aber etwas weniger Klamauk hätte trotzdem nicht geschadet.
  • Sagte ich schon, dass Berlin bei Regen nicht so toll ist?

Jetzt bin ich wieder zu Hause. Leider regnet es auch hier. Der Sommer ziert sich noch. Aber nach drei verschiedenen Betten und vier Zugfahrten ist es schön wieder daheim zu sein!

Theaterabend

Freitag Abend mit drei Stunden räuberischem Spektakel. Schillers “Die Räuber” in der Aufführung des Dresdner Staatsschauspiels, war, wie eigentlich alles was ich dort jemals gesehen habe, eine hervoragende Inszenierung. Die Rolle des Franz Moor war beeindruckend gespielt, der Darsteller schwankte zwischen clownhafter  Alberheit, Boshaftigkeit, Trauer und Wut und gebärdete sich wie ein Wahnsinniger. Wenn ich ihn nicht in anderen Rollen schon gesehen hätte, ich hätte ihn einliefern lassen. Die Ähnlichkeit mit dem Joker aus Batman ist wohl auch nicht von ungefähr gewesen.

Ansonsten spielte das Stück auf verschiedene Etappen deutscher Geschichte an. Beginnend bei der Wiedervereinigung, wurden NS-Zeit und übersteigertes Nationalbewusstsein, DDR und Kolonialzeit thematisiert und mit Musik, sowie Zitaten in Wort und Bild unterlegt.

Das abenteuerliche Bühnenbild, das vereinfacht gesagt ein drehbares großes Klettergerüst war, trug zur Geschwindigkeit und Beweglichkeit des Stücks erheblich bei und ließ den Sturm und Drang auf der Bühne Wirklichkeit werden.

Drei Stunden gutes Theater, mal wieder ein unvergesslicher Abend!

Mr. Kaplan – eine Parodie auf das Fremdsprachen lernen

Am Dienstag war mal wieder im Theater in Prag. Das Stück beruhte auf einem Roman aus Amerika, der von einer Klasse Erwachsener handelt, die die eine neue Sprache lernen müssen: Englisch. Er spielt in der Zeit des zweiten Weltkriegs und die Lerner kommen vorwiegend aus Europa, sind also Kriegsflüchtlinge aus den unterschiedlichsten Ländern mit den unterschiedlichsten Kulturellen und sprachlichen Hintergründen. Darunter befindet sich einer (Mr. Kaplan), der quasi unbelehrbar ist, sich aber sehr bemüht und den Lehrer fast zur verzweiflung treibt.

Dieses Buch wurde ins Tschechische übersetzt (sogar gleich 2x), was wahrscheinlich kein einfaches unterfagen war, wei man Witze, die auf eine Sprache basieren niemals 1:1 übertragen kann – wahrscheinlich der Grund dafür, dass es keine Übersetzung ins Deutsche gibt. Die Übersetzung ist also eigentlich eine “Neudichtung” basierend auf der tschechischen Sprache (und aus meiner Sicht eine gute – soweit ich das denn beurteilen kann). Die Figuren sprechen Tschechisch mit den unterschiedlichsten Fehlern und Problemen und prodizieren zum Tei absurd komische Sätze.

Diese Roman also wurde in ein Theaterstück umgesetzt. Ich habe aufgrund sprachlicher defiziete etwa 60 Prozent verstande, weil das Tschechische zum Teil so krass verfälscht war, dass ich es nicht mehr identifizieren konnte. Das ein oder andere mal war mir nicht klar worüber gelacht wird. Aber auch die anderen haben nicht alles verstanden, also sollte ich mir darüber wohl keine Gedanken machen ;) Das was ich verstanden habe war auf jeden Fall lustig!

Wir haben hinterher überlegt, ob Schüler also Fremdsprachenlerner tatsächlich solche Fehler machen, aber ich würde sagen ja. Die Highlights aus der letzten Zeit an die ich mich erinnere:

- Eine Schülerin sollte schreiben (auf Englisch) Ich soll nicht in der Unterrichtsstunde essen, geschrieben hat sie: I don’t have to eat the lesson. (= Ich soll die Unterrichtsstunde nicht essen.)

- Oder gerade heute ging es darum (im Deutschunterricht) wie man einen formellen Brief schreibt, eine der Schülerinnen sollte die offizielle Anrede vorlesen und las: “Sehr geheiratete Damen und Herren”

Národ sobě – Ein Besuch im National Theater

Am Montag hatte ich die Gelegenheit das Tschechische Nationalthaeter mit einer Klasse zu besuchen. Ein Blick hinter die Kulissen (Bühne etc.) wurde uns leider verwehrt. Dafür gab es jede Menge geschichtliche Informationen, Details über Kunstwerke und Plastiken, Grundsteine, die überall aus Tschechien kommen und auch von weiterher (einer kommt sogar aus Chicago, der kam aber zu spät zur Grundsteinlegung an).

Das Nationaltheater ist vor allem darum interessant, weil es ein Symbol für die Tschechen war, sich ihrer eigenen Kultur und Sprache bewusst zu werden. Es war das erste Theater, in dem Stücke in tschechischer Sprache gespielt wurden.

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