Annas Blog

Category: Gedanken zu Sprache und Sprachen (page 1 of 2)

„Der Künstler, welcher scheinbar mit verderbter Berechnung die betäubendsten und giftigste  Tränke mischt, ist immer viel naiver und unwissender über sich selbst, unverantwortlicher, harmloser, als der Literat es für möglich hält. Dieser ist geneigt, Spekulation und Abgefeimtheit zu sehen, wo der Künstler in aller Unschuld und mit bestem Gewissen seinem Geschmack Genüge tat.“ – Thomas Mann Continue reading

Worte unsere im Herzen,
geheiligt seien die Namen
aller Dinge, die sind
und noch kommen.
Wie im Geist, so im Verstand.
Unsere täglichen Gedanken gib uns heute.
Und vergib uns unsere Dummheit,
wie auch wir vergeben die Dummheit unserer Nächsten.
Führe uns zur Weisheit,
und erlöse uns von Unwissenheit.
Denn euer ist die Magie,
der Zauber und die Kraft der Sprache.

In Ewigkeit. Sapere aude.

Bei vielen Dingen kommt es auf den Standpunkt an. Und jeder Standpunkt bietet einem, wenn man die Augen aufmacht und bereit ist zu sehen, einen spezifischen Blickwinkel. Heute bin ich auf den Blickwinkel der EU zur Bildungspolitik gestolpert.

Im Übertragenen Sinne, allerdings lagen die Worte so ungünstig im Weg herum, dass ich gedanklich daran hängen geblieben und trotz wildem Routierens mit beiden Armen lang daneben hingeklatscht bin. Und dort liege ich jetzt, neben dem Blickwinkel. Und schaue verdutzt auf die Worte, die ich verstehe und doch seltsam finde. Continue reading

Seht euch dieses Bild an und sagt mir, wo der Fehler liegt.

verlohrener Buchstabe

Keine Ahnung? Nur ein Achselzucken? Continue reading

Über Tigerbananen und die jugendliche Säure der Domina

Aber eigentlich ein Text darüber, wie ich Anerkannte(r) Berater(in) für Deutschen Wein werde.

Es ist kaum zu glauben, aber dieses Zertifikat ist durch ein zweitägiges Seminar mit einem Stundenumfang von ca. 11 Stunden (mit Pausen, inklusive Zeit für den Abschlusstest) zu erlangen. Kostenpunkt 50 Euro, angeboten durch das deutsche Weininstitut, das sich selbst als neutrale Werbeinstitution bezeichnet. Neutral, weil sie deutschen Wein ohne Außnahme bejubeln, Werbung – naja es geht halt nur um deutschen Wein. Ich finde zwar die semantische Kombination von neutral und Werbung sehr fragwürdig, aber das ist schließlich nicht Thema dieses Textes.

Ich weiß, wie ich während des Seminars festgestellt habe, eigentlich eine Menge über Wein. Das ist natürlich bedingt durch mein Studium, aber auch die Folge von persönlichem Interesse. Rotling vs. Rose? – Kein Problem. Herstellung? – Geschenkt! Anbaugebiete? – Musste ich sogar selbst schon mal unterrichten.

Deshalb hier eine kurze Zusammenfassung dessen, was ich trotzdem noch gelernt habe:

  • Die Lebensverlängernde Wirkung von Wein ist minimal (so 1 – 1,5 Jahre behauptet der Mann vom deutschen Weininstitut). Wie sie das wohl erforscht haben? Egal – Fazit des Vortragenden: “Man kann sich mit Wein nicht in die Ewigkeit saufen!” Ach ne, aber in die Seeligkeit vielleicht.
  • Es gibt eine Rebsorte Namens Domina, die nichts mit Frauen in Lack und Leder zu tun hat. Frage an euch: Warum gehen Männer zu einer Domina? (Bitte im Kommentar antworten)
  • Ich weiß jetzt wie Württemberger ihre Gäste behandeln. Wenn der Besuch da ist Trollinger, ist er weg den guten Lemberger. Falls ich mal in Württemberg zu Besuch bin, sollte ich mir das merken. Kann man eventuell die Wertschätzung des Gastgebers dran ablesen.
  • Riechzellen: Hühner haben nur 15, Menschen irgendwas im Millionenbereich und Hunde etliche Milliarden. Der Hund würde die Flasche Riesling also eher finden als ich. Nutz ihm aber nix, er bekommt den Korken nicht raus. Das Huhn, tja da würde jetzt der Spruch mit dem blinden Huhn und dem Korn passen. Eventuell hat es ja Glück.

Gegen Ende gab es eine achtteilige Weinverkostung. Farbe und Aussehen, Geruch und Geschmack sollten ermittelt werden. Ich bin ehrlich, ich trinke gerne Wein und ich weiß was Säure undwas  Süße ist. Auch Gerbstoffe kann ich schmecken. Grobe Zuordnungen wie erdig, blumig oder fruchtig lasse ich mir auch noch gefallen. Aber was ich beim besten Willen nicht schmecken konnte:

  • Jugendliche Säure – wie jetzt jugendlich? Nerviger Teenager oder was?
  • Drops-Note: angeblich ein Fachbegriff dafür, dass man Eisbonbons erschmeckt/erriecht.
  • Tiegerbanane: auch reife Banane (wegen der braunen Streifen) – Tja also süß und etwas fruchtig halt…?
  • Leichte Petrolnote. O-Ton des Seminarleiter: “Denken Sie mal an Feuerzeugbenzin!” – Ja ne, is klar..

Auch sonst habe ich oft eher die Schultern gezuckt, wenn er begeistert “grüne Paprika!”, “eindeutig Quitte!” oder “reifer grüner Apfel!” verkündete. Aufzählen können hätte ich das übrigens auch. Wir hatten ja morgens eine schöne Übersicht bekommen, welche Rebsorte welchen Charakter hat und wozu gut geeignet ist. Dabei waren dann übrigens tatsächlich auch ein paar ganz brauchbare Dinge, die ich noch nicht wusste. Zum Beispiel soll man Blauschimmelkäse lieber mit einem edelsüßen Weißwein trinken statt mit Rotwein. Dass man Fisch gut zu mildem Rotwein trinken kann – oder war es umgekehrt?

Egal, morgen schließe ich das Seminar ab und bin dann anschließend sehr anerkannt. Ahnung habe ich dann allerdings nicht viel mehr als vorher. Und eventuelle Flapsigkeiten in diesem Text bitte ich zu verzeihen, wie gesagt ich musste gerade acht Weine durchprobieren…

“Genau!” oder 180 Minuten Literatur mit Zusatzpaket

Als ich noch zum Gymnasium ging, habe ich Ähnliches schon einmal erlebt. Ein Lehrer, der Referate verteilt und dann dem Referenten permanent ins Wort fällt. Natürlich kann und sollte man bei ganz gravierenden Problemen eingreifen. Aber unser Literaturdozent, den ich vor zwei Wochen noch gelobt habe, redet offensichtlich so gerne, dass er Referate für unerträglich hält.

Schon bei Folie zwei im ersten Vortrag sprang er auf und schmetterte “Genau!” durch den Raum. Dies allerdings nicht als Zeichen der Zustimmung, sondern weil die Referentin seiner Meinung nach zu lange bei einem aus seiner Sicht irrelevanten Thema verharrt hat. Danach stieg er in die Diskussion mit ein, fragte hin und wieder mal den Rest der Seminarteilnehmer nach Informationen und redete ansonsten selbst. Die Referentin des ersten Vortrags (90 Minuten) schaffte drei (!) Folien ihrer Präsentation. Vorwiegend stand sie dekorativ vorne im Raum. Setzte sie doch noch einmal an wurde sie “Genau!” unterbrochen und unser Dozent verkündete wieder lautstark seine Meinung. Nebenher diskreditierte er noch unstudierte Theatergänger: “Nehmen Sie mal jemanden, der nicht Germanistik studiert hat – auch solche Leute dürfen ja ins Theater. Ist zwar Schade, aber sie dürfen!” ereiferte er sich. Mit einem Augenzwinkern zwar, aber trotzdem.

In der zweiten Doppelstunde bestand das Referantenteam zu den “Leiden des jungen Werther” aus zwei Studentinnen. Eine davon hat sich das Rederecht merhmals zurückerkämpft. Allerdings nie lange.

Nach 180 Minuten “Werther” und “Götz” und jede Menge “Genau!” habe ich mich wie überfahren gefühlt und war nicht unbedingt begeistert, als er die Referenten für die nächsten zwei Doppelstunden, zu denen auch Lena und ich gehören, noch in seiner anschließenden Sprechstunde sehen wollte. Das ging dann aber recht zugüg, wobei es auch kein Gespräch sondern ein Monolog seinerseits war. Lenas und mein Beitrag bestand aus nicken, mitschreiben und mehreren  “mhm” in größeren Abständen. Da er uns Vorgehen, Literatur und Gliederung diktierte, gab es auch nichts, wozu man hätte Fragen stellen können…

Genau!

Ansonsten bin ich sicher, dass ich auf dieses arme kleine Wörtchen, das viele Deutsche recht inflationär benutzen (meine tschechischen Schüler hat das immer verwirrt, ich benutze es nämlich auch ganz gerne), am Ende des Semesters allergisch reagieren werden. Erste Anzeichen dafür gab es schon gestern:

Ich: “Wir sehen uns dann morgen!”

Lena: “Ge … Richtig!”

Wir mussten beide lachen, aber wir wussten auch, dass wir dieses “genau”  bald ebenso hassen werden, wie wir Phrasen anderer Dozenten zu hassen gelernt haben und nicht mehr werden vergessen können. Den Klang der Stimmen dazu haben wir immer noch im Ohr.

on va faire connaissance

Wir werden Bekanntschaft machen .. und zwar mit der franzosischen Sprache, wie uns unserer holländischer (oder besser limburgischer) Französischlehrer heute mitteilte.

Pünktlich zur zweiten Doppelstunde (die beginnt um 9:20) saß ich in einem für 30 Studenten viel zu kleinen Raum im Seminargebäude am Zelleschen Weg. Hier werden vorwiegend Sprachen unterrichtet und nur ab und zu verirrt sich das ein oder andere Seminar oder Tutorium hierher. Ich hatte noch einen Patz mit Tisch in der unbeliebten ersten Reihe ergattert und mir fest vorgenommen nächstes mal ein wenig eher da zu sein. Heute allerdings war das nicht möglich, da mir erst nach dem Frühstück eigefallen war, dass ich für das anschließende Psychlogieseminar einen Text hatte lesen sollen. Den habe ich noch schnell heruntergeladen und dabei sehr zu meinem Entsetzen festgestellt, dass ich es mit vierzig Seiten über die “Methoden der Sozialpsychologie” zu tun hatte. Mein verzweifelter Versuch noch schnell etwas davon zu verarbeiteten endete auf Seite 13. Dann musste ich mich wirklich sputen, Apfel und Wasserflasche, sowie der unverzichtbare Collegblock haben es in den Rücksack geschafft. Das Fädermäppchen blieb einsam auf dem Schreibtisch zurück, aber immerhin gibt es irgendwo in meinem Rucksack immer einen Not-Kuli.

Aber der Sprachlehrer (Dozent ist ja kein so richtig passender Begriff, wenn von Sprachunterricht die Rede ist) kam auch zu spät. Er war mit dem Fahrrad gestürzt. Komisch irgendwie, das alle neuen Lehrer/Dozenten die ich im Moment habe sich dauernt auf die Nase legen. Dieser ist jedenfalls recht sportlich und ich würde so auf mitte fünfzig tippen. Seine pinke (! – er selbst bezeichnete sie als “Rote Fahrradhose”, aber da muss schon Farbenblindheit im Spiel gewesen sein) Röhrenhose war an einem Knie aufgerissen und der arme Mann humpelte. Trotzdem hat er erstmal erzählt, dass er – wie jeder gute Holländer – natürlich zuerst nach seinem Fahrrad geschaut hatte nach dem Sturz. Das war übrigens ganz geblieben.

Von der französischen Sprache haben wir heute vor allem die Aussprache geübt. Dazu hat er alles was in der ersten Lektion dran kommen soll (Stichpunkte wie: Sich vorstelle, …) in Lautschrift an die Tafel geschrieben und wir sollten es aussprechen und raten worum es geht. Dazu muss man ein wenig Lautschrift lesen können, denn obwohl er das ganze natürlich erklärt hat, erleichtert es das erheblich. Ansonsten ging es erstmal nur um das Lehrbuch (schon bei Amazon in Auftrag gegeben) und andere organisaorische Dinge. Ich denke morgen geht es dann richtig los. Ich freu mich schon!

Was ich sonst noch so gelernt habe: Mastrich liegt im Limburger Land, das wiederum gehört zu Holland. Und Menschen die in solchen Gegenden (wie das besagte Drei-Länder-Eck (Holland, Deutschland und Belgien)  aufwachsen haben das Glück ziemlich viele Sprachen schon ziemlich früh zu lernen. Vielleicht sollte ich meine Überlegungen, wo ich später mal leben und arbeiten möchte, anhand solcher Gesichtspunkte treffen … ;)

Sprachblüten

Die Sonne scheint und es wird Frühling. Allerdings sind die Bäume noch recht kahl und außer vereinzelten Frühblühern sind noch nicht viele Blüten zu sehen.

Zum Ausgleich dafür wurde ich dieses Wochenende mit einer breiten Palette an “Sprachblüten” konfrontiert. Darunter befanden sich sowohl Ausrutscher in den tiefsten Sprachsumpf als auch kreative Formulierungen aus der Hausarbeit meiner Schwester, bei der ich schon das Thema nicht verstanden habe. ;)

Ich möchte euch an dieser Stelle ein wenig an den hübschesten Auswüchsen teilhaben lassen. Aber Achtung nicht alles davon ist jugendfrei!

Gestern Abend waren wir auf einer Geburtstagsfeier. Und wie häufig rutschen Gespräche unter Erwachsenen zu fortgeschrittener Stunde und unter dem Einfluss von zu viel Alkohol auch gerne mal unter die Gürtellinie.  – Man verzeihe mir bitte an dieser Stelle den Niveauverlust, aber ich konnte nicht anders als es aufschreiben. – Neben abstrusen Geschichten über Sexunfälle (“Epileptikerin beißt ihrem Ehemann den Penis ab” und “Gips in der Harnröhre als Potenzmittel ist keine gute Idee”) habe ich tolle neue Worte gelernt. “Trackermuschi” und “Fernfahrerfotze” kannte ich zum Beispiel nicht. Und im Zusammenhang mit Hackfleisch und perversen sexuellen Vorlieben fiel irgendwann der Satz: “Da wird der Fleischer zum Zuhälter!” Aber mal abgesehen von schmutzigen Geschichten wars ein netter Abend ;) Er schien halt nur unter dem Motto “Heute sinkt für Sie: Das Niveau!” zu stehen.

Ganz eigene Stilblüten hat dagegen meine Schwester in ihrer jüngsten Hausarbeit produziert. Thematisch bewegt sich diese im Bereich Kunstwissenschaft und Philosophie und es handelt sich um eine Außeinandersetzung mit dem Futurismus in Russland (Ok ich nehme es zurück, ein bisschen was habe ich doch verstanden). Dieser hat sich ihrer Beschreibung nach “nicht ganz am Vorabend des ersten Weltkriegs, aber doch etwa um die Teezeit” entwickelt. Das ist zwar keine päzise Zeitangabe, wir lernen jedoch Folgendes:

1. Die Verfasserin ist Teetrinkerin – Norddeutsche oder Engländerin. (Wir wissen natürlich was zutrifft.)

2. Der zweite Weltkrieg hat an einem Abend begonnen.

3. Präzise Zeitangaben in geschichtlichen Abhandlungen sind überflüssig, hauptsache die Schreiberin wird ausreichend mit schwarzem Tee versorgt. (Was offensichtlich nicht der Fall war.)

Abschließend habe ich noch gelernt, dass die Russen (vor allem die Futuristen unter ihnen) größenwahnsinnig waren, aber auch das ist ja eigentlich nichts Neues. Ob Putin wohl auch eine “utopische Welttransformation” anstrebt? Ich hoffe nicht, denn diese besteht nach Meinung meiner schwarzteesüchtigen Schwester aus der “Vollendung der Schöpfung” und das hört sich keinesfalls gut an. Unsere Welt ist doch super wie sie ist, ein wenig unperfekt und sprachlich voller einzigartiger bis abartiger Bilder. Eine wundervolle Spielkiste für jeden, der damit umgehen kann oder zumindest glaubt dies zu können.

 

Gezeichnet:

Anna, die glaubt mit Sprache umgehen zu können (auch wenns an der Rechtschreibung bisweilen hapert) ;)

 

“Manche mögens bunt” und andere Klamottengeschichten

Die meisten Tschechen mögens bunt (wissenschaftlich nicht belegte Beobachtung). Hose, Pullover, T-shirts in allen Farben – Menschen, die sich rein schwarz kleiden, sind eher selten. Und selbst ich habe das Gefühl eine schwarze Hose und einen schwarzen Rolli nicht zusammen anziehen zu können. Das macht mir im Prinzip nichts aus, weil ich Farben schon immer mochte. Meine Mentorin, die zwei Jahre Auslandserfahrung in Paris vorweisen kann, meinte, dass die Franzosen und vorallem die Französinnen sich nicht so bunt kleiden, dafür eleganter. Mag stimmen, ist aber auch ein wenig langweiliger, oder?

Unser Zumbakurs, ausgerichtet von Mitgliedern der pietistisch, evangelischen Gemeinde hier im Ort, ist neben einem Kaffeeklatsch auch eine Klamottentauschbörse. Eigentlich jede Woche bringt jemand was mit, was ihm nicht mehr passt oder er nicht mehr trägt und dann wird anprobiert und weitergereicht.

Meine neueste sprachliche Erungenschaft ist übrigens auch ein Wort aus der Welt der Kleidung. Ich kannte es schon vorher. Allerdings war ich bis dato der Überzeugung gewesen, dass es sich bei “hadr” um einen Lappen handelt, (bei Google steht dazu folgendes: Lappen, Lumpen, Aufwischtuch, Fetzen, Hader – wobei ich letzteres als deutsches Wort nicht kenne, aber was solls). Deswegen war ich auch einigermaßen erstaunt, als gestern jemand meinte, er müsse nach Prag fahren um Lappen zu kaufen. In Benesov gibt es definitiv genügend Geschäfte und ich würde keine 40 minutige Zugfahrt für die Beschaffung von Putzutensilien auf mich nehmen. Als ich mein Unverständnis darüber geäußert habe, wurde ich unter schallendem Gelächter eines Besseren belehrt. “Hadr” hat also auch noch eine andere Bedeutung: Klamotten.

Countdown: Noch neun Tage bis zu meiner Abreise.

Mr. Kaplan – eine Parodie auf das Fremdsprachen lernen

Am Dienstag war mal wieder im Theater in Prag. Das Stück beruhte auf einem Roman aus Amerika, der von einer Klasse Erwachsener handelt, die die eine neue Sprache lernen müssen: Englisch. Er spielt in der Zeit des zweiten Weltkriegs und die Lerner kommen vorwiegend aus Europa, sind also Kriegsflüchtlinge aus den unterschiedlichsten Ländern mit den unterschiedlichsten Kulturellen und sprachlichen Hintergründen. Darunter befindet sich einer (Mr. Kaplan), der quasi unbelehrbar ist, sich aber sehr bemüht und den Lehrer fast zur verzweiflung treibt.

Dieses Buch wurde ins Tschechische übersetzt (sogar gleich 2x), was wahrscheinlich kein einfaches unterfagen war, wei man Witze, die auf eine Sprache basieren niemals 1:1 übertragen kann – wahrscheinlich der Grund dafür, dass es keine Übersetzung ins Deutsche gibt. Die Übersetzung ist also eigentlich eine “Neudichtung” basierend auf der tschechischen Sprache (und aus meiner Sicht eine gute – soweit ich das denn beurteilen kann). Die Figuren sprechen Tschechisch mit den unterschiedlichsten Fehlern und Problemen und prodizieren zum Tei absurd komische Sätze.

Diese Roman also wurde in ein Theaterstück umgesetzt. Ich habe aufgrund sprachlicher defiziete etwa 60 Prozent verstande, weil das Tschechische zum Teil so krass verfälscht war, dass ich es nicht mehr identifizieren konnte. Das ein oder andere mal war mir nicht klar worüber gelacht wird. Aber auch die anderen haben nicht alles verstanden, also sollte ich mir darüber wohl keine Gedanken machen ;) Das was ich verstanden habe war auf jeden Fall lustig!

Wir haben hinterher überlegt, ob Schüler also Fremdsprachenlerner tatsächlich solche Fehler machen, aber ich würde sagen ja. Die Highlights aus der letzten Zeit an die ich mich erinnere:

- Eine Schülerin sollte schreiben (auf Englisch) Ich soll nicht in der Unterrichtsstunde essen, geschrieben hat sie: I don’t have to eat the lesson. (= Ich soll die Unterrichtsstunde nicht essen.)

- Oder gerade heute ging es darum (im Deutschunterricht) wie man einen formellen Brief schreibt, eine der Schülerinnen sollte die offizielle Anrede vorlesen und las: “Sehr geheiratete Damen und Herren”

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