Annas Blog

Category: Schulalltag (page 1 of 2)

Blogparade: Versager im Staatsdienst

Nach einer Sendung im ZDFLogin, die den hübschen Titel “Versager im Staatsdienst” trug, entstand auf Twitter und auf einigen recht bekannten Lehrerblogs eine heftige Debatte zu dem Thema. Zum einen fühlen sich viele Lehrer zurecht durch solche pauschalen Anklagen diffamiert. Auf der anderen Seite weiß natürlich jeder, der schon mal Kontakt mit Schulen hatte, dass sie mehr als nur ein Gerücht sind – die schlechten Lehrer. Tätsächlich sind sie schon an ein oder anderer Stelle gefunden worden, man hat ihre Existenz sozusagen bewiesen. In diesem Zusammenhang möchte ich mich gerne an Bob Blumes Blogparade beteiligen, ohne mich allerdings genötigt zu sehen, auf alle vorgeschlagenen Fragen zu antworten. Continue reading

Praktikumsvorbereitung

Auf meinem Plan steht heute neben einem Besuch im Bafög-Amt auch eine Stipvisite in der Bibliothek. Für mein Praktikum, das nächste Woche losgeht, muss ich einen ziemlich ausführlichen Bericht schreiben, dem aber auch ein theoretisches Thema zu Grunde legen. Das ist im Moment mein großes Problem. Zwei Theme hab ich schon wieder über den Haufen geworfen und langsam sollte ich mich mal entscheiden, da ich auch die Hospitationsprotokolle und Beobachtungen auf dieses Thema hin konzipieren muss.

Immerhin habe ich seit gerstern Abend grobe Informationen darüber, was ich so unterrichten werde. Unter anderem steht am Ernährungswissenschaftlichen Gymnasium nämlich “Ernährungslehre mit Chemie” auf dem Programm (das wird in Badenwürttemberg laut Lehrplan so unterricht). Und ich werde wohl in der 11. und 12 Klasse unterrichten dürfen, denn die 13. (Abiturvorbereitungen) wollen sie mir nicht geben. Thematisch heißt das: Verdauung, Resorption und Transport von Nährstoffen in der 11. und Kohlenhydrate (optische Aktivität, Aufbau und Eigenschaften) in der 12. Auch in den Hauswirtschauftsklassen (Berufsschule) werde ich wohl unterrichten, da wusste meine Mentorin aber noch nicht, welche Themen die gerade behandeln.

Für mich heißt das wohl, dass ich meine Bio- und Lebensmittelchemieordner noch mal wieder rauskramen solle…

PS: Immer noch kein Frühlingsbild in Sicht, denn in Dresden schneits immer mal wieder!

Fazit: Teamteaching

Unterrichten im Team – eine spannende und interessant Erfahrung, die ich hier machen durfte und wahrscheinlich auch etwas, dass ich nicht so bald wieder erleben werde. Natürlich hat das nicht nur Vorteile und es längst nicht immer so produktiv, wie man sich das vorstellt. Dashalb will ich meine Erfahrungen an dieser Stelle mal kurz zusammenfassen.

Jana und ich haben auf verschiedene Weisen im Team unterrichtet. Sie hat die Stunden geführt und ich habe sie unterstützt oder anders herum. Wir haben uns abgewechselt während der Stunden. Sie hat zum Beispiel öfter die Grammatikübungen übernommen und ich die Kommunikationsübungen. Oder wir haben die Klasse komplett in zwei Gruppen geteilt, da hat dann jeder für sich seine Gruppe unterricht. Letzteres ist wohl im Sinne des Wortes kein Teamteaching mehr, würde aber ohne Teamkollegen nicht funktionieren und ist wohl auch im Normalfall nicht an der Tagesordnung.

Jede Klasse und jede Gruppe von Schülern reagiert anders darauf. Aber wenn ich eins gelernt habe, dann das die meisten Schüler eher konservativ sind. Neue Methoden, neue Lehrer und überhaupt alles was sie nicht kennen, lehnen sie als zu anstrengend und nervig oft erstmal ab. Für Schüler ist es ganz offensichtlich auch nicht so einfach sich auf  zwei lehrpersonen im Raum zu konzentrieren, bzw. auf die die ihnen gerade etwas bebringen will, oder die Übung leitet die gerade durchgeführt wird. Ich hatte gerade zu beginn (aber auch am Schluss immer mal wieder) das Problem, dass die Aufmerksamkeit der einzelner Schüler oder der ganzen Gruppe nicht mir oder nicht mir alleine galt. Auch wenn Jana am Rand saß haben sie auf ihre Reaktion gewartet, immerhin ist sie die “richtige Lehrerin”. Also die die wirklich was zu sagen hat und am Ende die Noten gibt. Dieses Autoritätsproblem mag zum einen auf meinem Statu als “Assistenzkraft” (ohne das Recht Strafen zu verhängen, Noten zu geben etc.) begründet sein. Auf der anderen Seite liegt es natürlich auch daran, dass die meisten Schüler Jana schon länger kennen und an ihren Unterrichtsstil und ihre Person gewöhnt sind. Und sie haben ja keine komplett neue Lehrerin erhalten, sondern nur eine zusätzliche. Außerdem muss man sich im Team gut abgesprochen ahebn und bei Disziplinproblemem gleich handel, denn sonst untergräbt einer die Autorität des anderen.

Aber wenn man von diesen Problemem mal absieht bzw. sie zu lösen versucht, hat man natürlich im Team gerade bei in den Schwächeren Klassen agnz andere Möglichkeiten auf die inner Differenzierung der Lerngruppe einzugehen und einzelne Schüler gezielt zu fördern. Auch kann man die Schwächen des Teampartner (z.B. Janas nicht muttersprachliches Deutsch und meine Ratlosigkeit gegenüber grammatischen Phänomen in der deutschen Sprache, über die ich mir noch nie Gedanken machen musste) ausgleich und so den Unterricht erheblich verbessen.

Ich denke, wir haben uns alles in allem ziemlich gut geschlagen und das Schüler Feedback, das ich bislang gelesen habe, war auch sehr positiv (einziger Kritikpunkt: ich sollte länger bleiben). Aber auch zu zweit läuft Unterricht nicht immer so, wie man es geplant hat. Allerdings – wenn das Team sich gut versteht -  gibt es immerhin zwei Leute, die reagieren können ….

Countdown: Noch drei Tage bis zu meiner Abreise.

Noten und Zeugnisse

Die Deutsch und Englischnoten sehen insgesamt alles andere als rosig aus. Allerdings bilden Jana und ich da keine Außnahme. Einen vollständigen Überblick werde ich zwar erst am Montag in der pädagogischen Beratung bekommen (ich bin schon gewarnt worden, dass der Spaß ca. vier Stunden dauern wird), aber auch so weiß ich, dass den meisten Schülern eine Vier völlig ausreicht und sie entsprechende viele davon auf dem Zeugnis haben.

Worüber die Lehrer hier ziemlich fluchen, ist ein Programm namens “Bachelor”. Die Lehrer müssen alle Noten, die sie den Schülern geben (Test, Hausaufgaben, Arbeit in der Stunde, etc.), dort eintragen und das Programm nimmt automatisch die Gewichtung vor. Das bedeutet ein großer Test hat 10 Punkte, während die Arbeit in der Stunde 5 hat und so weiter. Die Schüler können diese Noten auch von zu Hause aus einsehen und sehen auch immer ihren aktuellen Schnitt. Das Problem ist, die Lehrer haben nicht das Recht von diesem Schnitt, den das Programm am Ende ausrechnet abzuweichen. So ist eine 4,4 letztendlich immer noch eine vier, selbst wenn alle Test mit fünf geschrieben wurden und der entsprechende Schüler sich durch die wenigen guten Hausarbeiten über die Runden rettet. Der Lehrer hat nicht die Möglichkeit aus pädagogischen Gründen zu sagen: “Und es ist trotzdem eine Fünf!” Das ist eine ziemlich zweischneidige Sache wie ich finde. Natürlich ist der Lehrer damit an die Noten gebunden, die er das ganze Halbjahr über so gegeben hat, aber auf der anderen Seite wissen genau das auch die Schüler und die rechnen sich dann aus: “ok, wenn ich jetzt die und die Noten schon habe, dann brauch ich für de Test nicht mehr zu lernen, weil ich trotzdem ne vier bekommen” und damit stellen einige Schüler am Ende des Halbjahres das Lernen komplett ein (wie geagt, das Endziel der meisten ist ‘ne Vier).

Jana meint früher hat sie gesagt: “Wer den Halbjahrestest nicht besteht, der bekommt auch auf dem Zeugnis ne Fünf” und die anderen Noten haben keine Rolle gespielt. Jetzt geht das nicht mehr. Das wirkt sich leider auch auf die gesamt Arbeitseinstellung der Schüler aus. Sie lernen manche Dinge und für die einfacheren kleinen Test, habe aber kein Interesse sich die Themen komplett anzueignen und für die großen Test zu lernen (viel zu anstrengend). Und die große Frage ist, wie man sie trotzdem dazu bewegt zu lernen.

Countdown: Noch sieben Tage bis zu meiner Abreise.

Einmal normieren bitte!

Mein zweiter Besuch an der Gastronomieschule in Vlašim hat nicht so viele neue Erkenntnisse geliefert. Ich hatte zwar noch die Möglichkeit eins der Restaurants zu Besuchen in dem Schülerinnen und SChüler der Schule regelmäßig arbeiten (Gegen eine Aufwandsentschädigung von 150 Kronen (etwa 6 Euro) pro Tag), die Schüler haben darüber hinaus allerdings die Möglichkeit in ihrer Freizeit (z. B. am Wochenende) in den Restaurants zu Jobben, wenn Bedarf besteht. Dann bekommen sie einen ganz normalen Stundenlohn.

Schon letzte Woche als ich im Praxisunterricht teilgenommen habe, ist mir aufgefallen, dass die Schüler für alle Rezepte ein dickes Buch haben, so eine Art Universalkochbuch für Tschechische Küche. Bei der Berechnung der Rezepte war dann immer von Normieren die Rede. Und tatsächlich geht es bei der Mengen Berechnung um eine Norm. Dieses Buch beinhaltet die Norm (in tschechischen Gaststätten vorgeschrieben), die besagt, welche Fleischmenge eine Protion Gulasch beinhaltet und wie viele Knödelscheiben auf den Teller gehören. Steht nicht gegenteiliges in der Karte (Grammangaben hinter den Gerichten – hat mich bislang immer irritiert wenn ich das gesehen habe) dann richtet sich die Kneipe oder das Restaurant nach der Norm und sollte das bei einer Kontrolle auch einhalten. Selbiges gilt übrigens für die Zutaten. Tschechische Kartoffelsuppe darf nur als solche ausgeschrieben sein, wenn alles drin ist, was in der Norm steht z. B. auch Pilze – die haben mich darin das letzte mal gestört. Es gibt übrigens auch so ein Buch für die gängigsten Ausländischen Rezepte, für die kalte Küche und Dessert, verrückt, oder?

Ich jedenfalls weiß jetzt, dass mir die Normportionen immer zu groß sind, offensichtlich ist es keine von und für Frauen gemacht Norm ;).

 

Die Schlossschule – Eine Privatexkursion

Heute morgen bin ich (meiner Meinung nach) zu früh aufgestanden und mit dem Bus nach Vlašim gefahren. Dort gibt es eine Mittelschule an der Köche, Hotel- und Restaurantfachleute und Konditoren ausgebildet werden (http://www.sosasou-vlasim.cz/). Und diese Schule befindet sich in einem Schloss. Ich gebe zu, dass mich vor allem das Flair der Schule begeistert hat. Teilweise verwinkelt mit recht langen Wegen und vielen Treppen ershien sie mir doch überaus reizvoll. Da das Gebäude was die Anordnung der Räume betrifft, immer noch im Urzustand ist, gibt es Klassenräume mit ganz verschiedenen Größen. Es gibt auch welche, durch die man durchgehen muss, um in andere Klassenräume zu gelangen. Wendeltreffen, die verschiedensten Fensterformen und wunderschön. Ok, ich sollte aufhören zu schwärmen, jedenfalls war die Schule darüberhinaus in jedem Klassenraum mit Computer und Beamer ausgestattet. Im Shloss selbst gibt es drei Küchen, eine für die Kantine, wo aber auch für Gäste von Außerhalb gekocht wird, die zum Mittagessen vorbei kommen. Die Räumlichkeiten eignen sich zudem für Hochzeiten u.ä. Die anderen beiden Küchen sind Übungsküchen, wobei die eine auch für Veranstalltungen genutzt werden kann, da sich auch hier ein Saal für Feierlichkeiten anschließt. Zur Schule gehört außerdem eine Schulkonditorei, die befindet sich aber nicht im Schloss, sondern am Marktplatz, wenn ich richtig informiert bin.

Im Sekretariat war zwar niemand über mein Kommen informiert, aber die zuständige Lehrerin wusste immerhin Bescheid. Ich wurde sehr herzlich empfangen und habe sogleich einen Kittel und eine kurze Führung durch die Kantinenküche bekommen und den Küchenchef (“mistr”) kennergelernt. Anschließend habe ich eine erste Klasse (Köche und Refas/Hofas gemischt bei ihrem Praxistag begleitet. Da Ausbildungen hier überwiegend schulisch sind, haben sie Schüler immer eine Woche ang Theorieunterricht und die darauffolgende Woche praxis. Wobei sie in Gruppen sowohl in der Kantine (Service für die Geste von Außerhalb – völlig over dressed in schwarz), der Kantinenküche und der Übungsküche arbeiten. In der Übungsküche kochen die Schüler nur für sich. Sie bekommen morgens einen Plan, was alles zubereitet werden soll (3 Gänge) und müssen dann abhängig davon wieviele Schüler anwesend sind, die Mengen berechnen und sich bei der Wirtschafterin die Zutaten abholen, die sie benötigen. Alles auf einem offiziellen Ppapier notiert und unterzeichnet von der Lehrerin, damit es keine Verschwendung gibt. Sie haben jeden Monat einen Betrag X eingezahlt, den sie nach Möglichkeit nicht überschreiten sollten.

Heute standen eine typisch tschechische Suppe (Mist ich hab den Namen schon wieder vergessen!) mit Pilzen, Kartoffeln und Kümmel, sowie gekochtes Rindflisch mit Knedliky und einer auch typ. tschechischen Soße auf dem Programm. Aals Nachtisch gab es süße Knödel. Also kein Essen, das man auf die leichte Schulter nehmen sollte ;D. Ich war definitv ziemlich satt hinterher. Die Arbeit ging den Schülern nicht unbedingt leicht von der Hand, aber das Ergebnis war gut. Das hat mich wieder daran erinnert, wie mein ehemaliger Chef sich immer darüber aufgeregt hat, wenn er (wohl zurecht) den Eindruck hatte, manche Azubis haben noch nie eine Kartoffel und einen Schäler in der Hand gehabt. Ist ja nicht so das wir solche Probleme in Deutschland nicht auch kennen.

Ich war nicht die ganze Zeit Anwesent, da ein Teil meiner Schulführung zwischendrin stattfand und ich mir von der Lehrerin, die für die Praxis verantwortlich ist noch einiges über die Schule habe erzählen lasse. ZUm Beispiel schicken sie regelmäßig Auszubildende ins Praktikum in Hotels in der Näheren Umgebung bzw. nach Prag. Auch gibt es für die Schüler die Möglichkeit einen Monat in einem Hotel im Ausland (Österreich, Ungarn, etc.) gegen Kost und Logis sechs Stunden am Tag zu arbeiten. Sie hatte unglaublich viele Präsentationen und Bilder.

Nach dem Essen habe ich mich verabschiedet, aber nächsten Mittwoch werde ich noch einmal hinfahren und mir den Theorieunterricht anschauen. Mal schaun was es so methodisches zu entdecken gibt.

Krankenschwesterausbildung in Tschechien

An der ein oder anderen Stelle hatte ich ja schon mal ueber die Krankenschwesterausbildung hier an der Schule geschrieben. Heute Vormittag hatte ich ein Gespraech mit der Leiterin des Praxisbereichs, die michrecht ausfuehrlich darueber informiert hat, wie die Fachtheoretische und Fachpraktische Ausbildung ablaeuft. Wahrscheinlich haette sie noch mehr in die Tiefe gehen koennen, aber zu einen wollte sie mir das wohl nicht antun, zum anderen sind mir auch keine Fragen mehr eingefallen, weil ich einfach zu wenig Ahnung habe von der Arbeit im Gesundheitswesen.

Fuer interessierte werde ich das an dieser Stelle mal zusammenfassen:

1. Lehrjahr: Die Schueler bekommen in der Faechern Pflege, Somatologie und Erste Hilfe theoretische und praktische Grundlagen vermittelt. Dazu gehoeren zum Beispiel Verbandstechniken, aber auch kommunikative Grundlagen, Arbeitssicherheit, Hygiene etc.

2. Lehrjahr: theoretische und praktische Grundlagen der Grundpflege/ -versorgung: Fieber und Puls messen (Koerperfunktionen kontrollieren), Blutabnehmen (nur am Model, gegenseitig ist verboten), Medikamente verabreichen, etc. Im Prinzip alles was sie beherschen sollen, wenn sie im 3 Lehrjahr in die Praxis gehen.

3. Lehrjahr: Praxis an zwei Tagen pro Woche je 5 Stunden, in achter Gruppen arbeiten die Schueler auf der Inneren, Neurologie oder Chirurgie (wechsel im sechs Wochentakt). Verantwortlich sind jeweils die Lehrer, die sie begleiten. Fuer jede Woche gibt es ein festgesetztes theoretisches Thema, es wird versucht in der Praxis auch in diesem Bereich zu arbeiten, ist aber natuerlich Patientenabhaengig. Zu Beginn bekommen die Schueler jeweis zu zweit ein Patientenzimmer, spaeter bekommt jeder eins. Am Ende des dritten Schuljahres haben die Schuelerinnen einen Monat nur Praxis und werden einzeln auf die Stationen verteilt. Dort werden sie dann in die Arbeitsablaeufe integriert ohne das die Lehrer dabei sind, bekommen aber einen Mentor zugeteilt.

4. Lehrjahr: Verfestigung des praktischen und theoretischen Wissen, besonderes Augenmerk darauf auf bestimmte Krankheiten hin zu pflegen und entsprechende Massnahmen zu kennen. Praxis 12 Stunden woechentlich auf der Inneren und der Chirurgie (2 Gruppen), jeweils vier Schueler werden auf die HNO, Gynaekologie, Geburtsstation geschickt. Sie muessen regelmaessige Selbsteinschaetzungboegen ausfuellen und jede Woche eine komplette Dokumentation ueber die Bahndlung eines Patientenschreiben/ausfuellen (etwa sechs Seiten). Vor der Pruefung (Teil der Abiturpruefung) verbringen sie den kompletten April auf der Station wo die Pruefung stattfindet. Das ist entweder die Innere oder die Chirurgie, das wird nach Los entschieden.

Pruefung: besteht im Prinzip aus einem Vormittag Praxis, wobei eine Komission aus vier oder fuenf Leuten die Arbeit der Schueler beobachtet. Anschliessend haben die Schueller eine Stunde Zeit und werden noch 30 Minuten muendlich geprueft, zu dem was sie Vormittags gemacht haben im Normalfall.

Kontraste

Heute Nachmittag war ich mit Jana in der Sprachschule (ihr Zweitjob), wo sie Deutsch Einzelunterricht gibt. Eine ihrer Schülerinnen ist ein Mädchen das auf des Gymnasium hier im Ort geht, aber ambitionierte Eltern hat, die möchten, dass ihre Tochter (13 Jahre) zwei Sprachen gut beherrscht. Als erste Fremdsprache hat sie Englisch, seid eineinhalb Jahren lernt sie Deutsch.

Ich hab ja bislang nur DaF- (Deutsch als Fremdsprache) Erfahrungen an der Mittelschule wo ich zur Zeit bin. Und man gewöhnt sich natürlich an das Niveau der Schüler, die Probleme, die sie haben auch wenn sie schon z. T. einige Jahre (5-7!) Deutsch lernen. Daher war ich mehr oder minder schockiert wie groß der Unterschied doch sein kann. Zum einen hat sie mich ziemlich gut verstanden. Sie hat super flüssig gesprochen und relativ wenige Fehler gemacht, wenn sie frei gesprochen hat. Natürlich fehlt ihr einiges an Wortschatz, aber sie ließt sogar schon Bücher (Z.B. Märchen) auf Deutsch. Und außerdem war sie mindestens genauso ambitioniert wie ihre Eltern. Sie hat schon jetzt relativ genaue Zukunftspläne.

Ich hatte ja schon mal einen relativ kurzen Einblick in das Gymnasium hier am Ort und mir war der Unterschied schon bewusst. Aber in diser Stunde habe ich ihn doch nochmal ganz anders wahrgenommen.

Doch es ist nicht nur der Unterschied zwischen begabt und weniger begabt, oder ambitioniert und faul. Man muss auch sehen wer jeweils dahinter steht. Eltern, die alles Alles ermöglichen und ein Intresse an einer guten Ausbildung ihrer Kinder haben, sind immer noch der beste Garant dafür, dass sie es einfach haben in der Schule und auch bei der Berufswahl. Natürlich nicht immer, jede Regel hat genügend Außnahmen, aber meistens ist es halt doch so …

Methodisches Teil II

Ich nehme alles zurück was ich gesagt habe, naja vielleicht nicht alles aber einiges.

Nach meinen Überlegungen von letzter Woche, hatte ich die Biologie- und Chemie-Lehrerin angesprochen, ob ich nicht auch in ihrem Unterricht mal hopspitieren dürfte. Diese hat offen und freundlich reagiert und mir versichert, ich sei jederzeit willkommen. Das habe ich dann heute gleich mal ausgenutzt. Und war sehr positiv überrascht.

Kein Frontalunterricht, viel Selbsttätigkeit der Schüler und sie ist als Lehrerin unglaublich ausgeglichen und ruhig, was sich positiv aus die Klasse auswirkt (immerhin kenne ich die Klasse aus dem Englischunterricht, bestes Beispiel, die letzte Stunde gestern…). Die Frau ist schon über sechsig (sieht aber nicht danach aus) und macht wirklich guten Unterricht und hatte super Ideen.

Einige Beispiele:

Als Ergebnissicherung zum Thema “Gesunder Lebensstil” sollten die Schüler heute Plakat gestalten – die Ergebnisse waren gut. Teilweise als Warnung, teilweise als Ratschläge oder Gegenüberstellung gestalltet. In einer anderen Klasse haben die Schüler und Schülerinnen sich mit den verschiedenen Sinnen und deren Funktion beschäftigt. Sie mussten einen Test zu dem Thema gestalten (Aufgabentypen waren vorgegeben: Multiple-choice, Ja/nein-Fragen, sowie Beschriftungsaufgaben von Zeichnungen) und Auch eine die Punkte und Notenvergabe entsprechend planen, anschließen ist der Test von anderen Gruppen geschrieben und dann wieder von der Ausgangsgruppe ausgewertet worden. Davon habe ich natürlich nur das Ergebnis mitbekommen, aber ich finde die Idee wirklich gut und die selbstgestalteten Test sahen wohl durchdacht aus. Außerdem waren die Schüler auf diese Weise gezwungen sich viel intensiver vor dem Test mit dem Thema auseinanderzusetzen. Eine Idee, die man sich merken sollte.

Bei Gelegenheit werde ich auch noch mal mit in den Chemieunterricht gehen. Am Donnerstag ist aber erstmal ein Ausflug in die Krankenhauspraxis angesagt. Dazu habe ich mir eben extra noch ein weißes T-shirt besorgt, Hose und Schuhe kann ich mir leihen. Morgens um 6:15 gehts los. Ich werde mich daran erinnern müssen, dass ich das freiwillig mache, wenn ich am Donnerstag um 5:00 aufstehe.

Türschwellendidaktik

Die Englischlehrerin unserer Schule (Mirka) hat weder Pädagogik studiert, noch ist das ihr einziger Job. Sie ist eigentlich Ärztin und versucht derzeit in diesen Beruf (in dem Sie über zwhn Jahre nicht gearbeitet hat) zurückzukehren. Daher ist sie nur an drei Tagen in der Woche an der Schule und an zwei Tagen davon pendelt sie zwischen Krakenhaus und Schule (ist ja im Prinzip ein Gelände also nicht so problematisch). Leider wirkt sich das massiv auf ihren Unterricht aus.

Ich arbeite meistens mit meiner Mentorin zusammen (Deutsch und Englisch), aber ab und zu gehe ich auch mit in Mirka in die Englischgruppen. Gestern war das wieder alles andere als erfreulich. Zum einen finde ich es anstrengend, dass sie mir keine Gelegenheit gibt mich vorzubereiten. Wenn ich frage was wir am nächsten Tag machen bekomme ich eigentlich immer nur wage Antworten (und ich war schon wirklich hartnäckig), meistnes sagt sie dann: “du kannst auch gerne was eigenes machen.” Würde ich ja, nur wie soll das gehen, wenn man nicht weiß zu welchem Thema?? Ihren genauen Plan eröffnet sie mir meist zum Stundenklingeln, was heißt, dass wir normalerweise mindestens fünf Minuten zu spät kommen, das scheint aber weder sie noch sonst irgendjemanden zu stören oder zu interessieren. In der Stunde hat sie wenn ich dabei bin gar keine Lust mehr und setz sicht meist an ihren Lehrertisch. Damit habe ich prinzipiell kein Problem, aber sie Quatsch mir dann doch ab und zu von der Seite rein und das nervt wirklich. Ich hab ihr das zwar schon mal gesagt und sie hat gemeint sie würde sich zurückhalten, aber zwei Stunden später war das wieder vergessen.

Am nervigsten finde ich aber, dass ihre Gruppen null Disziplin haben. In keiner anderen Stunde geht so oft jemand auf die Toilette, hört ein Teil der Klasse Musik oder macht irgendwas anderes. Das die Schüler dünf Minuten vor Ende der Stunde einpacken und die Klasse beim Klingeln schon komplett leer ist hat offensichtlich nur mich gestört. Aber was soll ich tun, ich bin dort nicht zu häufig (Gottseidank um ehrlich zu sein) und mit einer Stunde alle zwei Wochen (die ich ja nicht mal alleine halte) kann ich die wohl kaum erziehen, wenn die anwesende “richtige” Lehrerin das OK findet…

Also nicht gegen Mirka, die ist an sich ein lieber netter Mensch, wenn auch ein wenig abgedreht (Hare-Krishna-Anhängerin und Vollblut-Veganerin), aber ich hoffe wirklich, dass ich als Lehrerin niemals so werde …

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