Annas Blog

Tag: Schule

Blogparade: Versager im Staatsdienst

Nach einer Sendung im ZDFLogin, die den hübschen Titel “Versager im Staatsdienst” trug, entstand auf Twitter und auf einigen recht bekannten Lehrerblogs eine heftige Debatte zu dem Thema. Zum einen fühlen sich viele Lehrer zurecht durch solche pauschalen Anklagen diffamiert. Auf der anderen Seite weiß natürlich jeder, der schon mal Kontakt mit Schulen hatte, dass sie mehr als nur ein Gerücht sind – die schlechten Lehrer. Tätsächlich sind sie schon an ein oder anderer Stelle gefunden worden, man hat ihre Existenz sozusagen bewiesen. In diesem Zusammenhang möchte ich mich gerne an Bob Blumes Blogparade beteiligen, ohne mich allerdings genötigt zu sehen, auf alle vorgeschlagenen Fragen zu antworten. Continue reading

Why should you become a teacher?

Sehr schön, mir gefallen vor allem die Punkte “Ability to Make a Difference” und “Opportunity to Travel the Globe”, vor allem Letzteres reizt mich ja dann doch immer noch irgendwie …

Ausflug in den jüdischen Teil von Prag

Exkursion vom 9.1. mit der 2.A:

Ich habe (Schande über mein Haupt) zum ersten Mal das jüdische Viertel in Prag bewusst besucht. Es liegt eigentlich direkt am Alstadterring und ich bin durch die Straßen auch schon zum Teil gelaufen, bislang aber immer unwissend.

Wir haben zuerst einen Vortrag über die Sitten und Bräuche der Juden bekommen (Feiertage, Gottedienste, etc.). Die Schüler waren vorallem über die Tatsache entsetzt, dass man am Shabbat kein Fernsehen gucken kann. Ich finde die Idee da hinter eigentlich nicht schlecht. Wann hat der Fernseher jemals dazu beigetragen, dass in einer Familie mehr Kommunikation und Austausch stattfindet. Ich habe zwar nichts gegen einen gemeinsamen Film einzuwenden an Familienwochenenden, permanent aufende Fernseher sind aber etwas schreckliches. (Was ich übrigens auch daran merke, dass ich die Kiste hier viel zu oft laufen habe – einfach weil sie da ist und man dann nicht merkt, dass es so ruhig ist. OK Musik oder Radio fände ich besser, aber Radio habe ich hier keins und Musik aus meinem Laptop ohne richtige Lautsprecher klingt so deprimierend schlecht …)

Anschließend haben wir drei Synagogen und den alten jüdischen Friedhof besucht. Ich habe an Grab von Rabbi Löw gestanden (der mit dem Golem – die Geschichte wurde allerdings nachträglich erfunden) und keine Wunsch hinterlassen. Die Synagogen waren schön bis bedrückend. Die Pinkassynagoge fungiert heute als Denkmal für die im 3. Reich getöteten tschechischen Juden, sämtliche Namen stehen an den Wänden der Synagoge. Die sogenannte Altneusynagoge ist die zweitälteste im Betrieb befindeliche Synagoge außerhalb Israels und in der Spanischen Synagoge (ein Reich ausgeschmücktes Gebäude) kann man sich zugleich über jüdische Kultur und die Deutsch-Tschechische Assimilation dieser Kultur informieren.

Jana meinte heute mal wieder scherzhaft, dass ich ja fast in Prag wohne. Das ist natürlich quatsch, aber ich fahre im Moment (und in den nächsten Wochen) wohl noch recht oft hin und her. Montag bekomme ich die Gelegenheit beim Nationaltheater hinter die Kulissen zu schauen und am Dienstag gehts mal wieder ins Theater.

Hach das Leben ist schön :)

Die Schlossschule – Eine Privatexkursion

Heute morgen bin ich (meiner Meinung nach) zu früh aufgestanden und mit dem Bus nach Vlašim gefahren. Dort gibt es eine Mittelschule an der Köche, Hotel- und Restaurantfachleute und Konditoren ausgebildet werden (http://www.sosasou-vlasim.cz/). Und diese Schule befindet sich in einem Schloss. Ich gebe zu, dass mich vor allem das Flair der Schule begeistert hat. Teilweise verwinkelt mit recht langen Wegen und vielen Treppen ershien sie mir doch überaus reizvoll. Da das Gebäude was die Anordnung der Räume betrifft, immer noch im Urzustand ist, gibt es Klassenräume mit ganz verschiedenen Größen. Es gibt auch welche, durch die man durchgehen muss, um in andere Klassenräume zu gelangen. Wendeltreffen, die verschiedensten Fensterformen und wunderschön. Ok, ich sollte aufhören zu schwärmen, jedenfalls war die Schule darüberhinaus in jedem Klassenraum mit Computer und Beamer ausgestattet. Im Shloss selbst gibt es drei Küchen, eine für die Kantine, wo aber auch für Gäste von Außerhalb gekocht wird, die zum Mittagessen vorbei kommen. Die Räumlichkeiten eignen sich zudem für Hochzeiten u.ä. Die anderen beiden Küchen sind Übungsküchen, wobei die eine auch für Veranstalltungen genutzt werden kann, da sich auch hier ein Saal für Feierlichkeiten anschließt. Zur Schule gehört außerdem eine Schulkonditorei, die befindet sich aber nicht im Schloss, sondern am Marktplatz, wenn ich richtig informiert bin.

Im Sekretariat war zwar niemand über mein Kommen informiert, aber die zuständige Lehrerin wusste immerhin Bescheid. Ich wurde sehr herzlich empfangen und habe sogleich einen Kittel und eine kurze Führung durch die Kantinenküche bekommen und den Küchenchef (“mistr”) kennergelernt. Anschließend habe ich eine erste Klasse (Köche und Refas/Hofas gemischt bei ihrem Praxistag begleitet. Da Ausbildungen hier überwiegend schulisch sind, haben sie Schüler immer eine Woche ang Theorieunterricht und die darauffolgende Woche praxis. Wobei sie in Gruppen sowohl in der Kantine (Service für die Geste von Außerhalb – völlig over dressed in schwarz), der Kantinenküche und der Übungsküche arbeiten. In der Übungsküche kochen die Schüler nur für sich. Sie bekommen morgens einen Plan, was alles zubereitet werden soll (3 Gänge) und müssen dann abhängig davon wieviele Schüler anwesend sind, die Mengen berechnen und sich bei der Wirtschafterin die Zutaten abholen, die sie benötigen. Alles auf einem offiziellen Ppapier notiert und unterzeichnet von der Lehrerin, damit es keine Verschwendung gibt. Sie haben jeden Monat einen Betrag X eingezahlt, den sie nach Möglichkeit nicht überschreiten sollten.

Heute standen eine typisch tschechische Suppe (Mist ich hab den Namen schon wieder vergessen!) mit Pilzen, Kartoffeln und Kümmel, sowie gekochtes Rindflisch mit Knedliky und einer auch typ. tschechischen Soße auf dem Programm. Aals Nachtisch gab es süße Knödel. Also kein Essen, das man auf die leichte Schulter nehmen sollte ;D. Ich war definitv ziemlich satt hinterher. Die Arbeit ging den Schülern nicht unbedingt leicht von der Hand, aber das Ergebnis war gut. Das hat mich wieder daran erinnert, wie mein ehemaliger Chef sich immer darüber aufgeregt hat, wenn er (wohl zurecht) den Eindruck hatte, manche Azubis haben noch nie eine Kartoffel und einen Schäler in der Hand gehabt. Ist ja nicht so das wir solche Probleme in Deutschland nicht auch kennen.

Ich war nicht die ganze Zeit Anwesent, da ein Teil meiner Schulführung zwischendrin stattfand und ich mir von der Lehrerin, die für die Praxis verantwortlich ist noch einiges über die Schule habe erzählen lasse. ZUm Beispiel schicken sie regelmäßig Auszubildende ins Praktikum in Hotels in der Näheren Umgebung bzw. nach Prag. Auch gibt es für die Schüler die Möglichkeit einen Monat in einem Hotel im Ausland (Österreich, Ungarn, etc.) gegen Kost und Logis sechs Stunden am Tag zu arbeiten. Sie hatte unglaublich viele Präsentationen und Bilder.

Nach dem Essen habe ich mich verabschiedet, aber nächsten Mittwoch werde ich noch einmal hinfahren und mir den Theorieunterricht anschauen. Mal schaun was es so methodisches zu entdecken gibt.

Mein langer, abwechslungsreicher Montag

Der Tag begann ganz gut. Jana hat einen Test in der nullten Stunde geschriebn, weshalb ich ein wenig länger schlafen konnte. Ich war zwar nicht ausgeschlafen aber fit und munter. Leider kam ich trotzdem ein wenig zu spät zur ersten Stunde, weil ich den Folge zwischen nassen Blättern auf Treppenstufen unterschätz habe und den Rest der Treppe auf recht schmerzhafte Weise auf dem Hintern absolviert habe. (Außer zwei blauen Flecken wars aber glimpflich verlaufen, Laptop war auch ok, das war meine größte Sorge – warum ich den dabei hatte weiß ich eigentlich gar nicht mehr.) Jedenfalls begann die erste Stunde für mich mit nassem Hintern und leicht durch den Wind hab ich komplett den Faden verlohren. Wie schön, wenn man dann zu zweit ist.

Aber keine Sorge, der Tag wurde besser. Die vierte Klasse habe ich mit Informationen über das deutsche Schulsystem und speziell deutsche Berufsschulen (natürlich auf Deutsch) gequält. Für eine kleine Exkursion in den Bereich der deutschen Dialekte (ein Dank an die Dialektsprecher) war die Zeit fast ein wenig knapp, aber ich glaube es war trotzdem interessant. Wir werden das noch an anderen Schülern erproben.

Anschließend konnte ich mich erstmal zurücklehnen. Janas Nichte aus England mit ihrem Freund haben die vierte Klasse mit Informationen über England bzw. London, sowie Bildern, Videos und kurzen Vorträgen zu den Olympischen Spielen in England, der Hochzeit von Prinz William im letzten Jahr, sowie dem Thronjubiläum der Queen bespaßt. Er ist Muttersprachler, aber sie wohnt auch seit ihrem zwölften Lebensjahr in England, es war also guter Nativespeaker Input ;). Meine Aufgabe bestand im darin der Deutschgruppe, die erst seit einem guten Jahr Englisch hat, etwas zu helfen. Das war aber nicht so einfach. Weil immer wenn ich versucht habe etwas zu übersetzen, habe ich nicht mehr mitbekommen, wie es weiter ging, was unpraktisch war. Außerdem wurde die Gruppe dadurch schnell zu laut und hat den Rest der Klasse gestört.

Anschließend gab es erstmal Mittag und dann wurde das Ganze in der ersten Klasse wiederholt. Dort war es etwas anstrengender, weil einige wirklich nichts verstehen (trotz etlichen Jahren Englischunterricht auf dem Papier) oder nichts verstehen wollten.

Als auch das gemeistert war, war mein Vortrag zum Thema “Berufsschulen in Deutschland” auf Tschechisch für die Lehrer dran. Dadurch habe ich die Englischstunde mit der zweiten Klassen (selbes Programm) verpasst, aber heute wollte auf einmal alle Lehrer eine Vorverlegung der veranstalltung (eigentlich für 15:00 angesetzt), die die Schulleiterin dann auch gewährt hat, vielleicht weil sie Geburtstag hatte – wer weiß.

Jedenfalls dacht ich zu diesem Zeitpunkt noch, dass mein Vortrag nur für die Lehrer ist, bis die dritte Klasse auf einmal mit im Raum saß. Der Welchsel war fliegend und das Ganze ein wenig stressig, aber es lief (jedenfalls was ich betrifft) gut. Es waren einige schwierige Worte dabei und ich bin sicher meine Fehler waren zahlreich, aber sie haben alles was ich ihnen sagen wollte verstanden (nehme ich jedenfalls an) und die Diskussion (auch untereinander) war sehr rege hinterher, von daher wird es wohl auch interessant gewesen sein.

Danach war ich echt froh, dass der Schultag damit vorbei war. Jana und ich haben noch ihre Nichte plus Freund zum Bahnhof gebracht und haben Ballkarten für Samstag gekauft. Die restlichen Regularien des Nachmittags (Miete bezahlen) waren nicht mehr anstrengend. Von der Bibliothek war ich sehr überrascht. Ich habe ein Buch überzogen und es heute mit zwei Wochen Verspätung zurück gebracht. Weil ich kein Kleingeld hatte (und wahrscheinlich auch sonst so ein netter Mensch und noch dazu Ausländer) hat sie mir meine Schulden erlassen.

Jetzt werde ich mir erstmal ein schönes Abendbrot überlegen. Heut Mittag gabs nämlich Buchteln mit Vanillesoße und ich habe jetzt echt Lust auf was herzhaftes ;).

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