Annas Blog

Tag: Sommer

Die Welt ist in glühendes Licht gehüllt. Es rinnt über die Straßen und lässt den Asphalt flimmern. Es wabert zwischen den Häusern der Stadt und lässt die Welt in Trägheit versinken. Hinter Gardinen und geschlossenen Fenstern verbarrikadieren sich die Menschen, in der Hoffnung die letzten zwei, drei Grad aus den Wohnungen aussperren zu können- vergeblich. Mit jedem Tag kriecht sie weiter hinein in die Gemäuer, erobert die Häuser vom Dachboden bis in die Keller, die sich wehren bis zum Schluss. Kein Windhauch vermag diesen ständigen gleißenden Strom zu kühlen, keine Wolke trübt den Himmel. Der Mensch ächzt und schwitzt. Continue reading

Plädoyer pro Siesta

Willkommen zu den diesjährigen Hundstagen, der heißesten Zeit des Jahres. Der Name hat ürbigens nichts damit zu tun, dass alle hechelnd im Schatten liegen und am liebsten in Bewegungslosigkeit verharren – aber das nur nebenbei.

Die Hitze macht allerdings tatsächlich den meisten Menschen zu schaffen und das liegt unter anderem daran, dass wir eine für dieses Wetter nicht angemessenen Tagesplanung haben. Wir haben keine Siesta. Zwar stehen wir früh auf – ist der Morgen doch die einzige Zeit des Tages, zu der man noch nicht im eigenen Saft schmorrt. Und wir bleiben lange wach. Meistens weil man nicht einschlafen kann. Wir haben zum Beispiel ab nachmittags die Sonne auf unserer Wohnung und sie bleibt bis zum Anschlag. Macht nicht mehr nur gefühlte 30 ° C im Schlafzimmer. Ergo schlafen wir Nachts weniger. Tagsüber nach dem Mittagessen (3 Salatblättern oder so) wird man dann müde. Kann sich aber nicht einfach mal aufs Ohr hauen, weil wir halt keine Siesta haben.* Continue reading

Sommerabende

Ich liebe den Sommer. Die Tatsache, dass man sich keine Gedanken darüber machen muss, ob man warm genug angezogen ist. Keine kalten Füße haben. Die viele Sonne genießen. Baden gehen. Jeden Tag Fahrrad fahren können – Sommerregen auf dem Fahrrad ist nicht störend sondern schön! So viel frisches Obst und leckere Beeren (heute gab es wieder Stachelbeeren von der Nachbarin). Im Park auf einer Decke Mittagsschlaf machen…

Mir würde noch eine Menge einfallen.

Ganz besonders schön sind aber Sommerabende. Gestern zum Beispiel. Für einen perfekten Sommerabend braucht man:

- eine Stadt mit Fluss (z. B. Dresden mit der Elbe)

- ein Freilichtkonzert (gestern spielte ‘Unheilig’) an eben diesem Fluss und

- die Möglichkeit außerhalb des Konzertgeländes eine Decke zu platzieren

- eine Flasche Wein

- eventuell was zum Knabbern

- Freunde

und

- den Sonnenuntergang

Dresdens Altstadt ist immer schon, aber ganz besonders schön ist sie, wenn die Sonner untergeht und der Mond über der Altstadt auf und die Kulisse von den letzten rötlich Strahlen beleuchtet wird. Es sollte immer Sommer sein… *seufz*

Der Zigarettendreher

Es ist ein ekelhaft verregneter Junitag. Ältere Menschen behaupten, dass es sich um die Schafskälte handelt. Tatsächlich sind die Temperaturen seit letzter Woche von zu-heiß-zum-Schlafen auf lange-Hosen-mit-Jacke-und-Schirm-Wetter gesunken. Ich bin froh im Bus zu sitzen, denn der Himmel öffnet gerade die Schleusen ein wenig weiter und meine Schuhe sind nur bedingt wasserfest. Der Bus ist relativ leer, es ist keine Stoßzeit, ich bin mitten zwischen den Vorlesungen unterwegs. Mir schräg gegenüber sitzt ein großer Blondschopf, der eben vor mir in den Bus gestiegen ist. Dass er ein paar Jahre jünger ist als ich, schließe ich aus den sorgfältig in der Mitte hochgegelten Haaren. Er trägt statt einer Jacke nur einen blauen Pullover und grau-blaue Shorts. Die für Studenten typische Umhängetasche liegt auf seinem Schoß. Ein wenig resigniert betrachte ich den Rucksack, der auf meinem Schoß liegt. Irgendwie sollte man ab einem gewissen Alter nicht mehr jeden Tag mit Rucksack herumlaufen. Aber es gibt halt kaum etwas Praktischeres und einseitige Umhängetaschen mag ich nur dann, wenn mich das Gewicht nicht stört. Leider ist das Gewicht einer 1,5 l Wasserflasche immer störend. Egal was man sonst noch so bei sich trägt.

Der Blondschopf starrt aus dem Fenster in den Regen. Sein Gesicht gefällt mir, doch ich versuche ihn nicht allzu sehr anzustarren. Noch fünf Stationen und der Bus füllt sich. Mein Betrachtungsgegenstand kramt in seiner Tasche und klemmt sich etwas weißes zwischen die Lippen. Anschließen holt er ein Tabakblättchen aus seiner Tasche und rollt es schon einmal vorsichtig. Er fischt den Tabak heraus und beginnt vorsichtig seine Zigarette zu drehen. Er scheint völlig konzentriert und entspannt bei der Sache zu sein, der weiße Filter klemmt immer noch zwischen seinen Lippen. Immer noch versuche ich ihn nicht allzu sehr zu fixieren. Der Bus hält, jemand setzt sich neben ihn und beeinträchtigt meine Sicht auf den Zigarettendreher. Als er das Filterpapier mit der Zungenspitze befeuchtet, versuche ich nicht mehr nicht zu starren. Sorgfältig begutachtet er die fertige Zigarette und klemmt sie sich vorsichtig hinter das rechte Ohr. Dann erst schaut sich um, wie umherauszufinden, wo er sich befindet. Der Bus hält, er steigt aus. Ein wenig verwirrt beobachte ich, wie die Bustüren sich wieder schließen.

Zwei Stationen später steige auch ich aus. Zügig laufe ich durch den Regen in Richtung Fakultätsgebäude und versuche im Gehen den kribbeligen Eindruck, den diese Beobachtung hinterlassen hat, abzuschütteln. Es gelingt mir nur zum Teil. Vielleicht sollte ich mit meinem Liebsten heute Abend Zigaretten drehen üben? Wir müssen sie ja schließlich nicht rauchen…

Stadtsommerimpressionen

Heute wieder von Baulärm aufgewacht. Schlafen bei offenem Fenster ist gerade im Sommer oft wenig erholsam. Temperaturtechnisch hat es auch kaum was gebracht.

Gestern Mittag mit dem Rad zur Uni 35 °C, die Sonne brennt von oben, der Asphalt schmilzt unterm Rad weg. Fast wäre ein Flip-Flop kleben geblieben.

Unsere Wohnung hatte gestern Abend gemütliche 29,6 °C, an warmes Essen nicht zu denken, an kühlen Weißwein schon. Den aber lieber auf der Wiese vorm Haus und erst wenn die Sonne weg ist.

Eine Schale Erdbeeren von der Nachbarin aus dem Erdgeschoss. Geschenkt – sie hat einen Schrebergarten um die Ecke. Wenn Sonne nach was schmecken würde…

Gestern Abend halb zehn: Sommergewitter mit viel Regen und Wind. Alle freuen sich!

Vorlesung im Hörsaalzentrum. Zunächst Erleichterung: es ist drinnen kühler als draußen. Später Ernüchterung: Festkleben am Sitz, das Papier klebt am Arm, der Stift in der Hand. Wo ist bloß die nächste Dusche? Oder das nächste Schwimmbad. Mist, das hat noch geschlossen: Hochwasserschaden.

Dozentin: “Man hat uns frei gestellt, die Veranstaltungen heute ausfallen zu lassen. Wenn Sie möchten können Sie also gehen.” – Keiner rührt sich. Wir sind ja grad erst angekommen und wohin sollte man auch gehen? Draußen ist es noch heißer…

Zweimal geduscht und eingecremt mit Sonnencreme. Vorm Anziehen schon wieder duschen gehen wollen.

Aber ganz ehrlich: Ich liebe den Sommer!

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