Annas Blog

Category: Gedanken über Gedanken über Gedanken (page 1 of 4)

Mitternachtsgedanken

Wie im Karusell kreiseln die Gedanken umeinander und lassen sich nicht abstellen. Sie zu ignorieren, heißt in Kauf zu nehmen, dass sie lauter schreien. Ich denke, also bin ich bin ich. In diesem Fall vor allem eines – ziemlich wach. Nicht denken – also schlafen – hieße dann nicht mehr zu sein?

Wenn ich Descartes richtig verstanden habe, was nicht unbedingt der Fall sein muss, dann kann ich mich in letzter Konsequenz nur darauf verlassen, dass ich bin, weil ich an allem Anderen zweifeln kann. Aber ich kann nicht daran zweifeln, dass ich zweifle. Und zweifeln heißt denken. Damit habe ich bewiesen, dass ich bin, oder besser, dass meine Seele ist. Denn am Rest (Körper und so) kann ich ja weiterhin zweifeln. Ich kann direkt spüren, wie der schwere Körper zurückbleibt hinter geistigen Höhenflügen und immer noch kreiselnden Gedanken.

Der Mann war übrigens auch der Überzeugung, dass die Seele unsterblich ist. Der Körper ist nur eine Maschine, aber die Seele ist ewig. Ob er gedacht hat, dass sie wiedergeboren wird? Wohl eher nicht, schließlich war er Christ. Aber gesetzenfalls die Seele würde wiedergeboren werden, zum Beispiel die von Descartes, wie würde es ihr wohl ergehen?

Anfang des 21. Jahrhunderts in einer beliebigen deutschen Großstadt, sagen wir Berlin. Descartes Seele kommt auch nicht um die leidige Wiedergeburt herum und landet im Körper von Kevin. Oder Chantalle, da die Seele unabhängig vom Körper betrachtet werden muss, weist sie wahrscheinlich keine Gender-Fixierung auf. Damit wäre es womöglich um die Seele des großen Denkers geschehen. Gebranntmarkt als Unterschichtenkind, würde Descartes (oder Chantalle) schlechtere Noten bekommen, hätte größere Probleme einen Ausbildungsplatz zu bekommen und würde auch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht studieren. Pech für Chantalle. Oder für uns, den wer weiß, zu welch Höhenflügen Descartes Seele diesmal gelangt wäre.

Was wir daraus lernen? Zum einen sollte ich wohl nachts lieber schlafen und nicht so viel denken. Zum anderen werde ich morgen früh beurteilen, ob ich nachts nicht auch lieber das Schreiben sein lassen sollte …

Happy Valentine

Lektion zum Thema “Liebeserklärung”

Als Bischof Valentin von Terni im dritten Jahrhundert n. Chr. seinen Kopf gegen einen Kalendertag mit seinem Namen eingetauscht hat, war ihm nicht bewusst, welche Berühmtheit er noch erlangen würde. Eine zweifelhafte Berühmtheit, weiß doch niemand mehr wirklich, wer er war und warum er sterben musste. Allein sein Name ist unvergessen, da er als neuzeitliches Symbol für Romantik und Liebesschwüre gilt.

Die Liebe ist etwas Wunderbares. Als das größte, schönste und reinste aller Gefühle, tritt sie immer mit Gefolge auf. Unter diesem ist auf einer Skala zwischen Hass, Freude, Neid, Gier, Glück, Wut und Euphorie wirklich alles vertreten. Und man sollte sie feiern, sie hat es verdient. Man sollte den Menschen, die man liebt sagen, dass das so ist. Aber manchmal, nur manchmal, sollte man kurz darüber nachdenken, wann und wo man es tut. Warum das so ist, wurde mir kürzlich deutlich vor Augen geführt:

Kennt ihr diese Großraumsaunen in Fitnessstudios oder öffentlichen Bädern? Continue reading

Fernweh extrem

Ich kann Menschen verstehen, die es hinaus in die Welt treibt. Die gerne neue Kulturen entdecken. Durch fremde Länder pilgern nur mit einem Rucksack und dem wenigen Hab und Gut das dort hinein passt. Ich würde mich ihnen nicht unbedingt anschließen. Also jedenfalls noch nicht – vielleicht überlege ich mir das ja in 10 Jahren nochmal anders. Aber ich kann die Sehnsucht nach dem Neuen, dem Anderen schon nachempfinden.

Bislang habe ich immmer gedacht, das wäre die extremste Form von Fernweh. Den festen Wohnsitz aufgeben, um über Monate oder gar Jahre auf Reisen zu sein. Aber da geht noch mehr. Ein niederländisches Unternehmen (Mars One Foundation) möchte im Jahr 2018 die ersten Menschen zum Mars schicken. Ohne Rückfahrschein.

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Worte unsere im Herzen,
geheiligt seien die Namen
aller Dinge, die sind
und noch kommen.
Wie im Geist, so im Verstand.
Unsere täglichen Gedanken gib uns heute.
Und vergib uns unsere Dummheit,
wie auch wir vergeben die Dummheit unserer Nächsten.
Führe uns zur Weisheit,
und erlöse uns von Unwissenheit.
Denn euer ist die Magie,
der Zauber und die Kraft der Sprache.

In Ewigkeit. Sapere aude.

Dankeschön Weihnachtsbär!

Es ist Weihnachten geworden. Egal, ob das Jahr voller Freude, Trauer, Stress, Langeweile oder einfach nur wie immer war, es wird immer Weihnachten werden. Wir werden nicht gefragt und das ist gut so. Es spielt auch keine Rolle, ob wir glauben oder nicht, in Deutschland, in Europa und in vielen anderen Teilen der Welt wird trotzdem Weihnachten. Und wir werden weihnachtlich. Wehmütig. Fröhlich und feierlich. Glänzend und glitzernd, voller dunkler Tage und heller Lichter.

Gestern war der erste Weihnachtsfeiertag und er war tatsächlich sehr besonders. Weil zum ersten mal seit Jahren alle meine Schwestern wieder mit am festlich gedeckten Tisch saßen. Dazu noch neue Familienmitglieder: Stiefväter und Brüder, Großeltern und mein noch ungeborener Neffe. Wir waren viele, wir waren laut! Continue reading

Gefühlt meine halbe Arbeitszeit im PC-Pool unserer Fakultät verbringe ich mit Updates. Suchen, einspielen, installieren und anschließend: Warten, weiter warten, länger warten. Eine wahre Geduldsprobe – und ich bin nicht unbedingt für Geduld bekannt. Ich mag es, wenn Dinge gleich funktionieren. Bin auch durchaus bereit mich mit einem: “Egal, ich lass das jetzt so!” zufrieden zu geben. Nicht immer, aber doch des Öfteren. Continue reading

Auf unseren Spuren

SpurenStellen Sie sich einen Strand vor – früh am Morgen. Weit und breit ist keine Menschenseele zu sehen, der weiche, weiße Sand ist noch feucht und klamm vom Tau der letzten Nacht. Die Wellen haben ihn überspült und gemeinsam mit einem sanften Wind alle Spuren des Vortages getilgt. Rein und unschuldigt liegt er vor uns, so wunderschön in seiner Unberührtheit. Und dann komme ich, bewundere die Schönheit und bin zugleich getrieben von einem übermächtigen Wunsch, dem ich mich nicht verwehren kann. Setze einen Fuß auf den unberührten Sand, am besten barfuß. Lasse den Zweiten folgen. Laufe immer weiter, nehme mehr jungfreulichen Sand mit meinen Fußabdrücken in Besitz. Drehe mich um und bewundere meine eigenen Fußspuren. Als wären sie ein Wunder. Ein Abdruck meiner Persönlichkeit. Continue reading

Die Sache mit dem Alter

Als ich mit zwanzig behauptet habe, älter müsste ich nicht werden, war mir natürlich klar, dass die Natur das anders sieht. Und die Zeitrechnung lässt da auch nicht mit sich spaßen. Unaufhaltsam schreitet die Zeit vorwärts. Lässt Minuten und Stunden vergehen, Tage wie Augenblicke erscheinen, Wochen verstreichen, ohne dass man wüsste, was man alles getan hat. Jahreszeiten und Jahre ziehen vorbei – schon wieder bald Weihnachten? War doch erst vor kurzem, oder?

Agesehen von diesen unmerklichen Änderungen, die in anderen Klimazonen, ohne Kalender und Chronometer viel schwerer nachvolllziehbar wären, gibt es natürlich noch die offensichtlichen Veränderungen. Da ist zum Beispiel die Tatsache, dass ich auf Facebook immer öfter Schwangere und Babyfotos zu sehen bekomme. Oder dieses Erlebnis von letztem Freitag:

Wir sind unterwegs in einen der größeren Clubs in Dresden. Continue reading

Es wären zu viele …

BuecherregalFacebook möchte regelmäßig mehr Dinge über mich wissen. Zum Beispiel wo ich arbeite oder gearbeitet habe. Dazu macht es dann sinvolle Vorschläge von Firmen, wo Freunde von mir arbeiten/gearbeitet haben. Da ist logisch, da ja immerhin die Wahrscheinlichkeit besteht, dass ich meine Freunde dort kennengelernt habe.

Gleiches Vorgehen, wenn es um Musik, Filme oder Bücher geht. Da sind dann 15 Bücher zu sehen, deren Cover zum Teil in diversen Fremdsprachen abgebildet sind. Es ist eine seltsame Auswahl: ‘Die kleine Raupe Nimmersatt’ (wer kennt das nicht?), neben ‘Harry Potter und der Stein der Weisen’ (das habe ich soger in drei verschiedenen Sprachen gelesen…), ‘Das Parfüm’ (war sogar mal Schullektüre und den Film habe ich natürlich auch gesehen). Von diesen 15 Vorschlägen könnte ich 13 bejahen. Nicht gelesen habe ich nur: ‘Friedhof der Kuscheltiere’ (wobei ich es sogar mal versucht habe, aber das ist echt nicht mein Genre) und ‘P.S. Ich liebe dich’.

Aber wenn ich damit anfangen würde Facebook alle Bücher aufzuzählen, die ich jemals gelesen habe…. Continue reading

Bei vielen Dingen kommt es auf den Standpunkt an. Und jeder Standpunkt bietet einem, wenn man die Augen aufmacht und bereit ist zu sehen, einen spezifischen Blickwinkel. Heute bin ich auf den Blickwinkel der EU zur Bildungspolitik gestolpert.

Im Übertragenen Sinne, allerdings lagen die Worte so ungünstig im Weg herum, dass ich gedanklich daran hängen geblieben und trotz wildem Routierens mit beiden Armen lang daneben hingeklatscht bin. Und dort liege ich jetzt, neben dem Blickwinkel. Und schaue verdutzt auf die Worte, die ich verstehe und doch seltsam finde. Continue reading

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