Annas Blog

Tag: Unterrichtsvorbereitung

Verschollen unter Bergen von Unterrichtsvorbereitungen

Knapp die Hälfte meiner Pflichtstunden habe ich bereits gehalten (sieben). Heute war zum Beispiel die Fair Trade Wiederholung in Kombination mit der Ökobilanz dran. Morgen um Diese Zeit bin ich noch in der Schule und zwar in meiner 14 Stunde, wenn ich dann die Schule verlasse, habe ich den größten Teil hinter mir.

Dem entsprechend anstrengend ist diese Woche allerdings auch, da ich teilweise schon für meine letzten Stunden in der letzten Woche mitgeplant habe, weil ich den Stoff gleich komplett über die mit zur Verfügung stehenden Stunden verteilt habe, liege ich gerade gefühlt unter Materialbergen.

Unterrichtsentwürfe, Arbeitsblätter, Infomaterialien, Folien, Bücher und noch mehr Arbeitsblätter. Einen Unterrichtsversuch von morgen muss ich nochmal überarbeiten und zum Absegnen wegschicken (das wäre dann Versuch drei) und hoffen, dass er diesmal abgenickt wird. Dann alles für morgen zurecht legen, nochmal durchgehen und Tasche packen und dann … wird es warscheinlich spät genug abends sein, dass ich mich gleich ins Bett hauen kann.

Referendare haben zwischen acht und zwölf Stunden die Woche eigenen Unterricht zu halten. Da liege ich mit neun Stunden diese Woche ja ganz gut drin. Also ist das hier der Vorgeschmack aufs  Ref – naja man darf gespannt sein. Eine Freundin von mir meinte letztens: “Naja, mit der Zeit wird`s leichter und braucht nicht mehr ca. 10 Stunden Vorbereitungszeit für eine Stunde Unterricht…” Sie ist jetzt seit einem halben Jahr im Ref. Dann mach ich jetzt mal weiter und ich versuche, das motivierend zu finden!

Mein letzter extra langer Montag

Countdown: Noch vier Tage bis zu meiner Abreise.

Ich hab es gestern noch geschaft alles an Spielzubehör fertigzustellen, was ich brauchte (und noch brauchen werde die Woche). Der Tag begann, wie jeder Montag, zu früh. Aber die von mir gebastellte Activity Variante (Deutsch und Englisch mit den entsprechenden Vokabeln, die die Schüler beherrschen sollten) habe gut funktioniert. Zwar reagiert jede Gruppe ein wenig anders darauf, aber insgesamt waren alle Reaktionen positiv. Zusätzlich haben Jana und ich mit allen, die ich heute zum letzten mal unterrichtet habe, eine Evaluation durchgeführt. Die Papiere haben wir zwar schon mal überflogen, aber eine Auswertung dessen, schreibe ich (hoffentlich bald) extra. Von der 4.A (die, die dies Jahr das Abitur machen) habe ich soger schon eine Karte und ein kleines Abschiedgeschenk bekommen. Das war auch die Gruppe, zu der ich den besten Draht hatte.

Direkt nach dem Mittagessen schloss sich die pädagogische Beratung an. Ich habe ja bereits erwähnt, dass ich vorgewarnt wurde (lang und langweilig). Das hat sich zwar großteils bewahrheitet, aber so schlimm kams mir auch nicht vor. Das kann natürlich auch daran gelegen haben, dass ich schon mit schlimmerem gerechnet habe und mir heute schon ausreichend Kofein/Teein (Kaffee, schwarzer und grüner Tee als einzige Flüssigkeitsliefernaten) zugeführt hatte. Ich war also hinreichned gedopt und hatte kein Müdigkeitsproblem. Spannende neue Erkenntnisse gab es nicht, die Notendurchschnitte sind großteils schlecht bis katastrophal. Von der 1.A wird vielleicht die Hälfte die Klasse schaffen und wie viele von der 4.A das Abitur schaffen steht irgendwo in den Sternen.  Nicht unbedingt rosige Ausichten.

Für mich war eher interessant, wie es bei den einzelnen Schülern so in den anderen Fächern aussieht. Inzwischen kenne ich die Namen (auch die Nachnamen) gut genug, um das einigermaßen zuordnen zu können. Manchmal ist es doch überraschend, dass jemand der in Deutsch Durchschnitt ist, überall sonst eher Vieren und Fünfen hat oder umgekehrt. Aber meistens, sind schlechte bzw. gute Schüler in allen Fächern ungefähr gleich gut/schlecht.

Manchmal fand ich die Ausdrucksweise ein wenig überraschend. So gibt es etwa “halbtote” Schüler und das parasitäre Verhalten eines Schülers (verlässt sich bei Hausaufgabe etc. auf den Nachbarn) wurde mit “Zecke” doch sehr bildhaft umschrieben.

Auch das Bewertungsprobleme (aufgrund des Einsatzes des Computerprogramms – bin ich an anderer Stelle bereits drauf eingegangen) wurde ausführlich und hitzig diskutiert, die Lösung bis auf weiteres auf das Ende des Schuljahres verschoben.

Ach ja ganz zu Anfang wurde das Ende meiner Asisstenzeit erwähnt und ich habe alle für Donnerstag zur offiziellen Verabschiedung (ca. 12:30) in der Schule eingeladen.

Und jetzt werde ich mich erstmal ein wenig entspannen und schwimmen gehen, bevor ich das von Janas Schwiegermutter extra für mich zubereitete Kaninchen verspeisen gehe (keine Sorge, nicht das Ganze) ;).

Mein letztes Wochenende: Samstag

Countdown: Noch sechs Tage bis zu meiner Abreise.

Es ist saumäßig kalt heute, heute Nacht ungefähr -20°C (ich habe keine Möglichkeit das zu prüfen, aber es wurde mir so erzählt). Im Moment so -10°C, was Jana und mich aber nicht davon abgehalten hat auf Langlaufski zu steigen. Hier ganz in der Nähe gibt einen Golfplatz (für die, die schon hier waren: hinter dem Schloss Konopiste), der im Winter mit Langlaufstrecken und einem Hügel zum Abfahrtski üben für Kinder ausgestattet ist. Dorthin hat uns Janas Man gebracht. Die Landschaft sieht märchenhaft aus, trotz fehlender Sonne und beißender Kälte war uns bald warm und es hat Spaß gemacht. Ich falle auch nicht mehr so häufig hin. Jana Kommentar: “Es macht schon gar keine Spaß mehr mit dir, wenn du nicht fällst”, deshalb haben sie beschlossen mich morgen auf dem Kinderhügel auf Abfahrtsski zu stellen. Ich bin gespannt…

Wir waren noch ein Mittagessen einsammeln und wurden dann wieder abgeholt. Ich war noch kurz bei Janas Familie, weil wir die Kuchenbackaktion für meine Abschiedsparty in der Schule planen mussten und sichten welches Werkzeug sie da hat und was wir ausleihen müssen. Jana ist keine große Köchin oder Bäckerin, ihr Mann kam auch gleich in die Küche und hat sich lautstark beklagt, dass sie mit mir backen will, wo sie doch für ihn sie bäckt. Aber wozu auch, wo er doch ganz prima von seiner Mutter verpflegt wird.

Jetzt hab ich noch ein wenig zu tun, weil ich eine Aktivity-variante für meine Deutsch und Englisch lernenden Schüler erstellen will, möglichst nur mit Vokabeln, die sie (theoretisch) beherrschen. Denn zum einen ist das natürlich meine letzte Woche und zum anderen letzte Woche vor den Ferien, weshalb das Alles auch ein wenig Spaß machen sollte.

Ein entspanntes Wochenende

Ich gebe zu Wocheneden mit Zweisamkeit sind etwas schönes. Jemanden zu haben, der außer einem noch in der Wohnung herumwuselt, ist ein schönes Gefühl. Aber mein erstes Wochenende hier war trotzdem schön und sehr entspannt. Ein wenig Unterrichtsvorbereitung, Stricken und Fernsehen. Aber auch ein wenig Schlittschuhfahren in der nicht weit entfernten Eishalle gestern. Ich hab Schlittschuh von Janas Tochter geliehen bekommen, weil die keinen Verleih haben. Aber irgendwie hat auch jeder Tscheche Schlittschuhe – könnte daran liegen, dass sie hier Schlittschuhlaufen als Pflichtprogramm in der Schule haben. Das Highlight des heutigen Tages war ein Kinoausflug nach Prag “The Hobbit” auf Englisch mit tschechischen Untertiteln.

Einzige Anmerkung, die ich noch habe: Wenn man im Ausland unterwegs ist als Deutscher, sollte man niemals davon ausgehen, dass einen keiner versteht! Im Zweifelsfall stimmt das nicht. Ich hätte mir auf der Zugrückfahrt allerdings heute gewünscht kein Deutsch zu verstehen, dann wären mir die Obzönitäten, die mein Sitznachbarn (älterer Herr) am Telefon von sich gegeben hat, ersparrt geblieben. Und das mit zwei Kindern im Abteil, Pfui! Nun ja, bei denen hat er zumindest zurecht angenommen, dass sie ihn nicht verstehen …

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