Annas Blog

Tag: Kochen (page 1 of 2)

Wer weiß, woraus eine gute, selbstgemachte Sauce Hollandaise besteht? Wer weiß, wie man sie macht?

Eigentlich ist das nicht sonderlich schwer, wenn man es ein paar mal gemacht hat. Trotzdem wissen nur noch wenige Hausfrauen um das Rezept und auch in Restaurants ist das Selbstmachen einer Hollandaise nicht mehr so verbreitet. Da wo ich ab und zu arbeiten, gibt es sie aber: frische, selbstgemachte Hollandaise.

Umso erstaunter ist dann der Koch, wenn ein Gast sich beschwert, die Hollandaise würde nicht schmecken. Continue reading

Ananastomaten auf einem Markt in FrankreichEs könnte sein, dass ich am Ende der Woche leicht orange bin. Oder dass ich meinen Lebenspartner mit überreifen Tomaten bewerfe, sowie das viele Touristen auf der Tomatina in Spanien jedes Jahr tun. Auf jeden Fall hoffe ich auch am Ende der Woche noch Tomaten sehen zu können.

Hätte ich gewusst, dass wir dieses Wochenende so reich beschenkt würden, dann hätte ich wohl am Freitag keine Tomaten gekauft. Leider hat mich niemand vorgewarnt. Ein guter Freund wird seiner Tomatenernte nicht mehr Herr. Letztes Jahr in Frankreich hat er die Samen von Ochsenherz- und Ananastomaten extra aus dem Salat gesammelt, mit nach Deutschland gebracht und geplanzt. Erfolgreich. Sehr erfolgreich. Vielleicht zu erfolgreich. Continue reading

Hinterm Buffet

Etwas gehetzt und völlig verschwitzt komme ich in dem großen, festlich geschmückten Saal an. Im Hintergrund läuft Musik aber die meisten Gäste stehen noch auf der Wiese draußen. Das Buffet soll im 18:00 Uhr stehen, bis dahin ist noch eine Viertel Stunde Zeit. Warum das Brautpaar es mit dem Essen nach Sektempfang mit Canapes und jede Menge Kuchen so eilig hat, weiß ich nicht, das ist aber auch nicht meine Aufgabe. Pünktlich um sechs stehen die kalten Platten, die Warmhaltegeräte sind befüllt und Vorleger und Schildchen verteilt. Mir ist immer noch zu warm. Kochklamotten an Sommertagen: dicke Schuhe und Socken, lange Hose, Kochjacke mit T-Shirt drunter. An mir vorbei schweben Frauen in luftigen Sommerkleidchen und hohen Schuhen…

Ich mache den Bräutigam darauf aufmerksam, dass das Buffet nun bereit steht, er nickt und ist dann verschwunden. Nichts passiert. Continue reading

Vegane Koch-News

Bald haben wir alle Rezepte des veganen Starkochs durchprobiert. Und ich finde immer noch, dass ich auf jeden Fall mithalten kann. Die neusten Fotos beweisen das. Und sie belegen zudem, dass mein Haustechniker auch kein ganz schlechter Fotograf ist. Wir könnten also vielleicht irgendwann mal ein eigenes Kochbuch herausbringen… Wobei, immer wenn ich bei Thalia und Konsorten vor den Bücherregalen stehe, wächst in mir die Gewissheit, dass die Welt eigentlich nicht noch mehr Bücher braucht, Kochbücher eingeschlossen. Die Anzahl der Worte, die wir verwenden ist ja schließlich endlich. Somit kann man vermuten, dass alles, was es zu sagen gibt (und natürlich zu schreiben) so oder anders schon mal gesagt wurde, nicht wahr?

Mhh, wenn ich das so überdenke, entziehe ich mir gerade selbst die Schreibberechtigung. Vergesst was ich gesagt habe. Alles was ich schreibe ist natürlich höchst lesenswert, innovativ und neu! So wie diese (nicht von mir erdachten) Rezepte:

1. Humus, Aubergine und Oliven

2. Veganer Burger

 

Das vegane Experiment

Jedes Jahr in der Fastenzeit verzichte ich auf das ein oder andere. Auf die kleinen oder größeren Sünden des Alltags, einfach um zu testen, ob aus Gewohnheit bereits Sucht geworden ist. Oder um sich zu beweisen, dass man auch anders kann. Dieses Jahr waren es Alkohol und Schokolade. Schwarzen Tee hatte ich dieses Jahr nicht auf die Liste gesetzt, wohl wissend, dass dies im Schulpraktikum unverzichtbarer Bestandteil meines Morgenrituals sein würde. Aber weder Alkohol- noch Schokoladenverzicht habe ich durchgehalten. In einem Anfall von Heißhunger und in völliger Unterzuckerung bin ich in meiner zweiten Praktikumswoche nach meinen ersten fünf (selbstgehaltenen) Unterrichtsstunden in den Supermarkt gestürmt und habe mir Schokolade gekauft. Gute Zartbitterschokolade zwar, aber eben Schokolade. Genau eine Woche später, nach sieben selbstgehaltenen Stunden an einem Tag, war ich ziemlich happy, groggy und sehr sicher, dass ich das Weizen (natürlich in Gesellschaft) dringend benötige. Soviel zu meiner Fastenzeit.

Meine Mutter verkündete zu Beginn der Fastenzeit, sie werde jetzt einige Wochen vegan leben. Meine Mutter, die einen florierenden Handel mit diversen Jägern unseres Dorfes betreibt. Die erst kurz vorher fünf Enten und sechs Hasen hinter Haus hängen hatte. Ich war geschockt verwirrt erstaunt. Vor allem als sie ihr Experiment begann und voller Begeisterung von Zucchininudeln mit Räuchertofu schwärmte. Oder von Sojajoghurt und gepopptem Amaranth.

Im Laufe meiner Zeit in Offenburg hatte ich dann ja selbst das ein oder andere einschneidende Erlebnis in Bezug auf fleischessende Mitbürger und Fleischverzicht (aufmerksame Leser werden sich erinnern.) Ich hätte mich, wenn man mich gefragt hätte, wohl als Alltagsvegetariern bezeichnet, da ich unter der Woche nie Fleisch gekauft habe oder Lust hatte es zuzubereiten. Und auf Wurst habe ich noch nie großen Wert gelegt. Ich weiß natürlich auch, dass diese Aussage jedem Vegetarier einen Aufschrei enlockt (“selbst wer nur selten Fleisch isst, ist ein Omnivore!”). Und die regelmäßigen Berichte meiner Mutter über die vegane Kost fand ich spannend. Mein Freund und ich hatten vor zwei Jahren mal kurz einen Milchprodukteverzicht-Experiment durchgeführt. Wir sind kläglich gescheitert. Der Versuch alles stattdessen mit Ersatzprodukten zu kochen, war zum scheitern verurteilt. Zwei Jahre später weiß ich warum.

Und zwar weil wir selbst seit drei Wochen unser eigenes veganes Experiment durchführen. Meine Mutter war so begeistert von ihrem veganen Kochbuch, dass sie es mir geschenkt hat. Tja und was soll ich sagen, ich bin auch begeistert. Der coolste Vegankoch Deutschlands, der sich selbst nicht als Dogmatiker sehen will (und damit wohl den ein oder anderen Veganer schon auf die Palme gebracht hat) inspiriert Massen und seine Bücher sind ein Verkaufsschlager (wer wirklich wissen will, um wen es geht, wird die Antworten in den Weiten des WWW schon finden – ich will hier keine Werbung machen).

Wenn unser dreißigtägiges Experiment vorbei ist, werde ich also weiter vegan kochen. Vielleicht nicht jeden Tag. Ich habe meinem Freund versprochen ihm ab und zu (einmal im Monat ;) oder so) Fleisch zuzubereiten. Und ich hänge einfach viel zu sehr am Käse! Mmmh, ein leckerer Ziegenfrischkäse, oder ein französischer Weichkäse? Der Parmigiano im Risotto? Butter und Joghurt – benötige ich nicht! Milch? Dazu habe ich heute ein Tee-Experiment durchgeführt. Indischer Marsala-Tee mit Sojamilch. War sehr lecker! Aber Käse? Soweit bin ich noch nicht…

Aber damit ihr mir glauben schenkt, habe ich mal ein paar Fotos gemacht. Und wer das Kochbuch kennt, kann ja mal abgleichen, wer es besser kann. Der vegane Starkoch, oder ich?! ;)

 

Warum ich nicht Grundschullehrerin werde

Erleichtert wische ich die Arbeitsflächen in  Restaurantküche des Barrockschlosses ab. Gerade eben ist der letzte der vierköpfigen Rasselbande wieder im Restaurant veschwunden, um demnächst an der Kaffeetafel zu sitzen. Eine gute Stunde habe ich mit vier Kindern, zwei Jugendlichen in Beobachterposition und einem Großvater (Urgroßvater?) in der Dokumentarfilmerrolle Muffins gebacken.

Nachdem die zwei Jungen und zwei Mädchen im Alter zwischen 4 bis 9 zunächst nur zögerlich die Küche betreten haben, wurden sie schnell von Minute zu Minute lebhafter. Als alle Hände gewaschen hatten, bekam jeder ein Papierkochmütze auf den Kopf, auf die ich mit Edding die Namen schrieb. Ich selbst trug auch so ein hübsches Exemplar. Eddy (“mit zwei d und y”, wie er betonte) fühlte sich als Ältester offensichtlich schon etwa zu cool für diese Aktion und gab sich betont gelangweilt. Matteo (der jüngste) konnte ohne Kiste nicht auf die Arbeitslatte schauen und war sehr aufgeregt. Lisa Marie (“du darfst Lisa schreiben”) war eher ruhig und hat fleißig mitgearbeitet. Helene (“ich habe ganz viele E’s im Namen!”) sah aus wie ein Prinzesschen in ihrem weißen Kleid und fühlte sich eindeutig auch so.

Helene: “Ich habe jetzt eine Geburtstagskrone, auf der mein Name steht!”

Ich: “Ich dachte ihr feiert eine Konfirmation heute. Außerdem ist das ein Kochmütze!”

Helene (mich ignorierend und aufgeregt auf und ab hüpfend): “Darf ich meine Geburtstagskrone behalten?”

Ich: “Natürlich darfst du die Kochmütze behalten, steht ja dein Name drauf!”

Anschließend bekamen alle eine Schürze umgebunden, um weiße Hemden und Kleidchen vor Teig und Schokoladenflecken zu bewahren. Bei einem Muffinteig ist es schwierig, jedem Kind gleichzeitig eine Aufgabe zu geben, denn es ist ja nur ein Teig.

Mateo gießt Milch ein, Lisa schlägt Eier auf, Eddy rührt (er war der einzige der rein Kräftemäßig dazu überhaupt in der Lage war) Helene: “was soll ich machen, darf ich auch was machen, was kann ich machen?!” (immer noch aufgeregt hüpfend). Sie durfte dann Butter zerkleinern. Akribisch begann sie damit zwei Stücke Butter in kleinste Stückchen zu zerlegen. Mateo wollte helfen und hatte bald seeehr fettige Hände. Nachdem (endlich) alle Butter im Teig war, musten alle wieder Hände waschen

Helene: “Warum muss ich denn schon wieder Händewaschen?”

Der größte Spaß war das Einfüllen in die Förmchen, eine Teig-Matsch-Party an der Janoschs kleines Schweinchen seine Freude gehabt hätte.

Helene (hysterisch kichernd): “Guck mal was der Matteo da macht!” (Matteo verteilt  den Teig neben den Förmchen)

Lisa: “Das hier wird meiner – da kommt extra viel rein!”

Ich: “Macht bitte nicht zu viel rein, die werden beim Backen noch größer!”

Eddy (während er ein Förmchen extreeem voll macht): ” Ich will auch einen extra Großen!”

Ich (nur für mich): “was hatte ich gerade gesagt?! – seufz”

Helene (mit dem Löffel schon halb im Mund): “Dürfen wir den Teig probieren, zu Hause darf ich immer probieren!”

Ich: “Ja, aber nur ein bischen, sonst bekommt ihr Bauchschmerzen!” (Oh man, dass ich so was mal sagen würde. Den Satz habe ich von meiner Mutter nie hören wollen!) – Sofort verschwinden vier Löffeln in vier Mündern.

Nachdem die Matschparty vorbei ist und die Muffins im Ofen, muss erstmal ein wenig geputzt werden. Nicht zu vergessen das obligatorische Händewaschen. Dann muss Zuckerguss und Schokoladenguss angerührt werden. Helene darf rühren. Lisa auch. Eddy schüttelt das Plastikdöschen mit den bunten Perlen solange bis diese schön elektrisch aufgeladen an der Gefäßwand kleben. Matteo rührt in der Schüssel mit dem Krokant und steckt sich ab und zu einen Hand voll in den Mund. Gut, dass seine Hand noch so klein ist, sonst wäre wohl nichts zum verziehren übrig.

Alle außer Eddy sitzen inzwischen auf der Arbeitsfläche.

Ich: “Helene, setz dich so hin, dass deine Schuhe nicht auf der Arbeitsfläche sind. Das macht man nicht!” (Ich bin erstaunt, sie gehorcht ohne murren.) “Matteo, du auch!”

Die Muffins kommen aus dem Ofen. Ich verteile sie auf einem Gitter, kurz warten müssen wir aber noch.

Ich: “Lisa, was habe ich über Schuhe auf der Arbeitsfläche gesagt?”

Lisa (während sie die Schuhe runternimmt): “Das hast du aber nicht zu mir gesagt!” – Tja, da hat sie recht, aber trotzdem!

Beim Verziehren merkt man, dass die Vier langsam müde sind. Zuckerguss und Schokoladenguss soll ich verteilen, dass ist ihnen zu anstrengen, sie wollen nur (tonnenweise) bunte Kügelchen und Krokant streuen.

Helene (während sie die Zuckerkügelchen streichelt): “Hier fass mal an, schön, oder?”

Ich: (Zuckerkügelchen anfassend ernsthaft): “Mhhm”

Lisa beginnt eifrig den restlichen Zuckerguss zu essen und hat bald das ganze Gesicht voll davon.

Helene: “Ich will den Schokoladenguss essen, darf ich?” Als ich nicht sofort reagiere, versucht sie es nachdrücklicher: “Lisa darf den Zuckerguss esse, ich will auch was! Warum darf ich den Schokoladenguss nicht essen?” Ich habe nie behauptet, dass sie nicht darf und drücke ihr die fast leere Schüssel in die Hand. Sie ist glücklich. Die Schürze ist inzwischen verrutscht und der braune Schüsselrand klebt am weißen Kleidchen, ich weiß schon, wer sich darüber freuen wird. Innerlich muss ich grinsen.

Nachdem die Muffins auf Teller verteilt wurden, schicke ich alle ein letztes Mal zum Hände und diesmal auch Gesicht waschen. Lisa schafft es dabei auch ihr halbes Kleid mitzuwaschen, gut dass es nicht allzu kalt ist heute. Matteo rennt mitsamt Schürze davon und muss nochmal zurückkommen, schließlich aber sind die vier Wirbelwinde wieder verschwunden. Helene war übrigens die Einzige, die Ihre “Geburtstagskrone” nicht mitgenommen hat.

Ich wische die Arbeitsflächen ab und probiere einen der noch lauwarmen Muffins. Hat irgendwie Spaß gemacht, aber wie gesagt: Grundschullehrerin werde ich nicht.

Abreisen und Ankommen

Seit gut einer Woche bin ich wieder in Dresden und ich denke diesmal werde ich ein Weilchen länger bleiben. Zugegeben, ich hab auch im Moment gar keine Lust meine Koffer wieder für größere Aktionen zu packen und zu überlegen, was man für mehrere Wochen oder gar Monate an Klamotten und Material und und und … benötigt. Aber mal abwarten, wann das Fernweh wieder kommt :)!

Diesmal ging das Ankommen allerdings schneller und leichter. Gleich über Ostern war ich arbeiten und letzte Woche war ich so beschäftigt mit verschiedenen Regularien und damit mich erfolgreich vom Schreiben meines Praktikumsberrichts abzuhalten, dass es nicht ein bischen langweilig wurde. Ich habe nämlich letzte Woche ein super Brot- und Aufstrichbuch geschenkt bekommen und habe schon Brot und Brötchen mit selbstgezüchtetem Sauerteig hergestellt. Irgendwie hatte ich mir das immer komplizierter vorgestellt, dabei ist das total einfach. Und die Skeptiker, die gezweifelt haben, ob die mikrobielle Flora unserer Wohnung ein gutes Armo hergibt, konnte ich erfolgreich wiederlegen. ;)

Heute ist an der TU Dresden offzieller Vorlesungsbeginn und nachher habe ich das erste Seminar dieses Sommersemesters. Morgen gehts dann richtig los, weil ich auch meine Job wieder antrete. Mein Stundenplan ist voller als erwartet, aber daran bin ich auch selbst Schuld, da eine Ringvorlesung zum Thema: “Öko-verse Theorien” (Diskussion zu verschiedenen ökologischen Standpunkten aus konträren Perspektiven) und ein zweimal wöchentlich stattfindender französisch Sprachkurs, Lücken in meiner Wochenplanung füllen. Es wird also interessant (hoffentlich) und ich werde weiterhin versuchen alle interessierten auf dem Laufenden zu halten.

Nebenbei muss ich mich dann auch bald mal darum kümmern, wo genau ich nun meine Masterarbeit schreibe. Denn sehr zu meinem Missfallen lehnt die “Deutsch als Fremdsprache Professur” es ab Lehramtsmaster zu betreuen, sodass mein ursprünglicher Plan in diesem Bereich zu schreiben, ad acta gelegt werden musste. Es gibt also vieel zu tun… !

Gute Vorsätze nach einer anstrengenden Woche

Ich hatte mir für dieses Wochenende einiges vorgenommen. Zum Beispiel wollte ich die noch nicht fertigen Unterrichtsvorbereitungen für nächste Woche schon mal fertig machen. Damit ich dann Anfang der Woche schon mal an dem Bericht fürs Praktikum schreiben kann, oder so…

Aber mit guten Vorsätzen ist das ja meist so, dass sie genau das bleiben, nämlich Vorsätze. Am Freitag war ich mit Lena in der Offenburger Stadtbibliothek, im Fitnesstudio und wir haben abends zusammen gekocht (fleischfrei versteht sich). Am Samstag war ich auf dem Markt, es war sonnig und schön und definitiv das falsche Wetter, um in der Wohnung zu sitzen. Abends habe ich dann ein super Curry gekocht, auch fleischfrei selbstverständlich ;). Tja und heute hat es zwar geregnet und es wäre das perfekte Wetter gewesen, um am Schreibtisch zu sitzen, aber irgendwie habe ich mir zwanghaft andere Beschäftigungen gesucht. Haare färben zum Beispiel. Das dauert seit ich dafür Henna nehme ziemlich lange und erfordert zwingend einen Badputz im Anschluss. Mit meinem aktuellen Strickprojekt bin ich auch weitergekommen, ach ja und ein gutes Buch in einem bequemen Sessel an einem Regentag, wer könnte da “Nein” sagen?

Und irgendwie fand ich schon, dass ich es ein wenig verdiehnt habe. Die letzte Woche hat mich ziemlich gestresst, aber nachdem am Donnerstag Nachmittag alles vorbei war und die Vorbereitungen für die nächste Woche, die ich ja zum Teil schon mitgemacht hatte, nicht so drängend waren, weil weniger und wie gesagt schon teilweise feritg – hach, da darf man ja auch mal rumlümmeln, oder?

Keine Sorge ihr müsst mir nicht zustimmen, das ist rhetorisch gemeint. Ich bin von der Wahrheit quasi unglaublich fest überzeugt. Und deshalb werde ich auch den Rest des abends noch ein wenig genießen, bevor ich morgen früh wieder ersthaft was tue – diesmal wirklich, also höchstwahrscheinlich – und wenn nicht dann spätestens Dienstag … oder so ähnlich ;).

 

Was mir zu denken gibt …

Es war eine interessante Woche. Ich habe noch viel hospitiert und weiß inzwischen auch wie ich mein Stundensoll erfüllen kann, kennen die Themen und habe die Planung für die ersten beiden Doppenstunden bereits an die Lehrerin der Klassen geschickt.

Es war aber auch in anderer Hinsicht interessant. Ich wurde mit Themen wie Ökobilanz und CO2-Bilanzen konfrontiert, habe Filme über die Lebensmittelindustrie in den USA gesehen und hatte Gelegenheit mich mit FairTrade auseinanderzusetzen.

Keines dieser Themen ist für mich wirklich neu und ein Studium, dass die Beschäftigung mit Lebensmitteln und Ernährung vorsieht, regt zwangsläufig zu einer intensiveren Beschäftigung mit der eigenen Ernährung an. Ich esse, wenn ich nur für mich koche, nie Fleisch, kaufe überwiegend, wenn auch noch nicht aussschließlich, Bio und mache mir Gedanken über eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung. Trotzdem habe ich mich nie als militanten Vertreter der “Öko-Bewegung” verstanden. Ich rede natürlich gerne über soclhe Themen, kann mich auch entsprechend ereifern, versuche aber Unwillige nicht unbedingt von irgendwas zu überzeugen.

Gestern war ich bei meiner Schwester und ihrem Freund zum “Angrillen” eingeladen. Das fand auf dem Balkon statt, sodass wir gemütlich in der warmen Wohnung sitzen konnten. Die Anwesenden waren alle etwa um die dreißig und es ware eine nette und lustige Gesellschaft. Erstaunt hat mich aber, dass meine Einstellung zu Fleisch, obwohl ich sie gestern gar nicht kundgetan habe, für Diskussionen gesorgt hat. Der Freund meiner Schwester ist Metzgerssohn und sein Fleischkonsum übersteigt die DGD-Empfehlungen mit ziemlicher Sicherheit erheblich. Aber auch die anderen Anwesenden haben ordentlich zugelangt. Mein Tischnachbar dürfte ca. 3 Würste und ebensoviel Steaks verschlungen haben, aber er war damit nicht allein. Sprüche wie “Richtiges Essen für richtige Männer!” flogen über den Tisch und ich war über meine Position als Verteidigerin geringen Fleischkonsums oder gar Fleischverzichts nicht wenig erstaunt, hatte ich doch auch selbst (wie zum Beweiß, dass dazu gehöre) ein viertel Steak und ein halbe Wurst gegessen. Fleisch hat bislang für mich immer noch dazu gehört, auch wenn ich inzwischen sehr ungern Fleisch unbekannter Herkunft (sprich nicht Bio) esse.

Die regelrecht vorwurfsvollen Blicke, als wollte ich ihnen etwas verleiden, habe mich daran erinnert, dass meine Freundin Steffi mal sagte, als Vegetarier müsse man sich immer für seinen Lebenstil rechtfertigen. Jetzt weiß ich was sie gemeint hat. Dabei bin ich ja nicht mal einer – also Vegetarier. Aber Männer die rauhe Mengen Steaks in sich hineinschlingen, wegen der guten Proteine (Haha – als ob die meisten beim Essen jemals über die Nähstoffe nachdenken würden und Fett ist sowieso mehr drin), sind schon ein abschreckendes Bild. Ein Teil der Truppe ist dann auch relativ früh gegangen, unter anderem wegen Bauchschmerzen. Mitleid konnte ich dafür nicht aufbringen.

Fleisch essen ist grausam und das wir die Tiere, die wir töten (lassen) nicht sehen, sondern nur das saftige Steak, macht es nicht besser sondern schlimmer. Heute bin ich sehr nahe dran, den letzten Schritt zu tun und ganz Vegetarier zu werden. Ich bin nicht sicher, ob ich das wirklich kann oder will, aber heute wäre ich es gerne und wer weiß vielleicht morgen auch noch, und wer weiß schon was übermorgen ist …

Einmal normieren bitte!

Mein zweiter Besuch an der Gastronomieschule in Vlašim hat nicht so viele neue Erkenntnisse geliefert. Ich hatte zwar noch die Möglichkeit eins der Restaurants zu Besuchen in dem Schülerinnen und SChüler der Schule regelmäßig arbeiten (Gegen eine Aufwandsentschädigung von 150 Kronen (etwa 6 Euro) pro Tag), die Schüler haben darüber hinaus allerdings die Möglichkeit in ihrer Freizeit (z. B. am Wochenende) in den Restaurants zu Jobben, wenn Bedarf besteht. Dann bekommen sie einen ganz normalen Stundenlohn.

Schon letzte Woche als ich im Praxisunterricht teilgenommen habe, ist mir aufgefallen, dass die Schüler für alle Rezepte ein dickes Buch haben, so eine Art Universalkochbuch für Tschechische Küche. Bei der Berechnung der Rezepte war dann immer von Normieren die Rede. Und tatsächlich geht es bei der Mengen Berechnung um eine Norm. Dieses Buch beinhaltet die Norm (in tschechischen Gaststätten vorgeschrieben), die besagt, welche Fleischmenge eine Protion Gulasch beinhaltet und wie viele Knödelscheiben auf den Teller gehören. Steht nicht gegenteiliges in der Karte (Grammangaben hinter den Gerichten – hat mich bislang immer irritiert wenn ich das gesehen habe) dann richtet sich die Kneipe oder das Restaurant nach der Norm und sollte das bei einer Kontrolle auch einhalten. Selbiges gilt übrigens für die Zutaten. Tschechische Kartoffelsuppe darf nur als solche ausgeschrieben sein, wenn alles drin ist, was in der Norm steht z. B. auch Pilze – die haben mich darin das letzte mal gestört. Es gibt übrigens auch so ein Buch für die gängigsten Ausländischen Rezepte, für die kalte Küche und Dessert, verrückt, oder?

Ich jedenfalls weiß jetzt, dass mir die Normportionen immer zu groß sind, offensichtlich ist es keine von und für Frauen gemacht Norm ;).

 

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