Annas Blog

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Vom Bauen und Basteln – Charakterstudie

„Von Kabeln befreit sind Tisch und Stühle, durch Enricos holden belebenden Blick…“ *

dichtete mein Lebenspartner und Haustechniker heute beim gemeinsamen Frühstück. Tatsächlich ist jetzt, inzwischen bald 18:00 Abends (und gegen 19:00 bekommen wir Besuch), das Gegenteil der Fall. Diverse USB-Kabel kuscheln sich eng verschlungen um Mehrfachsteckdosen. HDMI-Kabel winden sich neben („Verdammt, immer noch zu kurz!“) Audiokabeln. Der Kabelsalat hat unser Wohn- und Arbeitszimmer fest im Griff.

Begonnen hatte alles schon am Donnerstagabend als wir beschlossen, mal wieder was in unserem Wohn- und Arbeitszimmer zu ändern und für Freitag (Brückentag – mein Liebster hatte Urlaub) als erstes ein Baumarktbesuch auf dem Plan stand.

Dazu muss man wissen, dass unsere Wohnung sehr klein ist. Als wir vor dreieinhalb Jahren hier eingezogen sind, war sie (vor allem auch preislich) optimal für uns. Die 50 qm sind sogar recht gut geschnitten: Minibad, Küche rel. groß mit Tisch und zwei gleichgroße Zimmer. Eines dieser Zimmer ist unserer Wohn- und Arbeitszimmer. Zwei (große) Schreibtische, ein Sofa, drei Regale, (zu großer) Couchtisch und ein E-Piano. Es ist eine Katastrophe. Seit eineinhalb Jahren hat die Wohnung, insbesondere das Wohnzimmer, einen Füllstand erreicht, der nur durch regelmäßiges Ausmisten und bisweilen durch große Umräumaktionen in den Griff zu bekommen ist.

Eigentlich wollten wir gestern „nur“ einen neuen Schreibtischunterbau um eine Schränkchen, das ich in der obigen Aufzählung vergessen habe, rauszuschmeißen. Damit ich auch Spaß habe, haben wir auch gleich noch ein wenig Farbe gekauft.

Nun sind mein Lebenspartner und ich in manchen Dingen ähnlich, in anderen grundverschieden. Er ist der geborene Heimwerker. Er überlegt, plant, zeichnet, misst (mehrfach) und weiß genau, was er will und wie es aussehen soll. Ich dagegen bin eher der Aktionstyp: Anfangen und Schauen was draus wird! Meistens wirds ganz gut, wenn nicht, kann ich damit auch leben. Ich würde nie Sachen wieder auseinanderschrauben, weil sie nicht hundertprozentig sind. Er schon. Ich würde es so lassen, weil mir meistens auch irgendwann die Lust vergeht. Er nicht. Man könnte also auch sagen, wir ergänzen uns ganz gut.

Also fing ich an Zeitungen auszulegen und malen zu wollen, bevor das zu bemalende Objekt fertig zusammengeschraubt war. Weshalb meiner (zu dem Zeitpunkt noch) überschäumenden Energie auch der Küchentisch zum Opfer fiel.

Gegen vier hatte das Wohnzimmer dann den Grad höchster Unordnung erreicht, der es absolut unerträglich macht und wir begannen (gedanklich** und praktisch) Möbel zu rücken. Das war zwar nicht vorgesehen, aber wenn man mal dabei ist. Vier Stunden später hatten wir eine Lösung. Leider beinhaltete diese eine technische Umstrukturierung.

Ich habe mich dann um das Abendbrot gekümmert und war nicht mehr für Kabel-Aktionen zu begeistern. Auch heute Morgen hielt sich mein Enthusiasmus in Grenzen. Ich habe alles in die Bemalung von Tisch und Schreibtischunterbau gesteckt (zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich den zweiten Anstrich des Tisches bislang auch vor mir herschiebe). Der Rest wurde beim Umräumen verbraucht. Aber wie schon gesagt, wir sind ja Gott-sei-Dank verschiedenen. Er kämpft noch. Ich habe auch wieder Energie. Die fließt gerade in vegane Burger. Damit wir und unsere bald eintreffenden Gäste vor lauter Bastelfieber nicht verhungern. Denn ich bin sicher mein Schatz würde notfalls das Essen vergessen… im Kampf mit den HDMI- und Audiokabeln. Gerade steckte er den Kopf unterm Schreibtisch vor und ächzte “So, jetzt!” was auch immer das bedeuten mag.

 

* Mein Liebster ist ein IT-Mensch, da sollte man solche gewaltsamen Umgestaltungen von Goethes Versen mit Nachsicht behandeln.

** Manche Dinge lassen sich nur sehr schwer praktisch verrücken. Unser Bücherregal wiegt mit Inhalt  bestimmt über dreihundert Kilo (habe es grad mal überschlagen). Ca. 400 Bücher (+5 Fächer mit Ordnern) mit im Schnitt 500 g macht 200 kg. Jetzt bin ich selbst erstaunt. Aber das erklärt, warum unser Versuch es mit vereinten Kräften um 5 cm zu verrücken, zum Scheitern verurteilt war.

Ode an die Technik

Mir ist gerade aufgefallen, dass ich gar nicht gewürdigt habe, dass mein technischer Liebling (mein Netbook) wieder einwandfrei läuft. Nachdem er mir doch letzten so einen grausigen Schrecken eingejagt hat, als er einfach ausging. Dafür ist mein Haustechniker (auch Freund oder Lebenspartner) verantwortlich. Bei einer Operation am offenen Herzen wurde meinem Liebling liebevoll das Gebläse der Lüfter gereinigt. Operation erfolgreich, Patient lebt munter weiter!

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Das vegane Experiment

Jedes Jahr in der Fastenzeit verzichte ich auf das ein oder andere. Auf die kleinen oder größeren Sünden des Alltags, einfach um zu testen, ob aus Gewohnheit bereits Sucht geworden ist. Oder um sich zu beweisen, dass man auch anders kann. Dieses Jahr waren es Alkohol und Schokolade. Schwarzen Tee hatte ich dieses Jahr nicht auf die Liste gesetzt, wohl wissend, dass dies im Schulpraktikum unverzichtbarer Bestandteil meines Morgenrituals sein würde. Aber weder Alkohol- noch Schokoladenverzicht habe ich durchgehalten. In einem Anfall von Heißhunger und in völliger Unterzuckerung bin ich in meiner zweiten Praktikumswoche nach meinen ersten fünf (selbstgehaltenen) Unterrichtsstunden in den Supermarkt gestürmt und habe mir Schokolade gekauft. Gute Zartbitterschokolade zwar, aber eben Schokolade. Genau eine Woche später, nach sieben selbstgehaltenen Stunden an einem Tag, war ich ziemlich happy, groggy und sehr sicher, dass ich das Weizen (natürlich in Gesellschaft) dringend benötige. Soviel zu meiner Fastenzeit.

Meine Mutter verkündete zu Beginn der Fastenzeit, sie werde jetzt einige Wochen vegan leben. Meine Mutter, die einen florierenden Handel mit diversen Jägern unseres Dorfes betreibt. Die erst kurz vorher fünf Enten und sechs Hasen hinter Haus hängen hatte. Ich war geschockt verwirrt erstaunt. Vor allem als sie ihr Experiment begann und voller Begeisterung von Zucchininudeln mit Räuchertofu schwärmte. Oder von Sojajoghurt und gepopptem Amaranth.

Im Laufe meiner Zeit in Offenburg hatte ich dann ja selbst das ein oder andere einschneidende Erlebnis in Bezug auf fleischessende Mitbürger und Fleischverzicht (aufmerksame Leser werden sich erinnern.) Ich hätte mich, wenn man mich gefragt hätte, wohl als Alltagsvegetariern bezeichnet, da ich unter der Woche nie Fleisch gekauft habe oder Lust hatte es zuzubereiten. Und auf Wurst habe ich noch nie großen Wert gelegt. Ich weiß natürlich auch, dass diese Aussage jedem Vegetarier einen Aufschrei enlockt (“selbst wer nur selten Fleisch isst, ist ein Omnivore!”). Und die regelmäßigen Berichte meiner Mutter über die vegane Kost fand ich spannend. Mein Freund und ich hatten vor zwei Jahren mal kurz einen Milchprodukteverzicht-Experiment durchgeführt. Wir sind kläglich gescheitert. Der Versuch alles stattdessen mit Ersatzprodukten zu kochen, war zum scheitern verurteilt. Zwei Jahre später weiß ich warum.

Und zwar weil wir selbst seit drei Wochen unser eigenes veganes Experiment durchführen. Meine Mutter war so begeistert von ihrem veganen Kochbuch, dass sie es mir geschenkt hat. Tja und was soll ich sagen, ich bin auch begeistert. Der coolste Vegankoch Deutschlands, der sich selbst nicht als Dogmatiker sehen will (und damit wohl den ein oder anderen Veganer schon auf die Palme gebracht hat) inspiriert Massen und seine Bücher sind ein Verkaufsschlager (wer wirklich wissen will, um wen es geht, wird die Antworten in den Weiten des WWW schon finden – ich will hier keine Werbung machen).

Wenn unser dreißigtägiges Experiment vorbei ist, werde ich also weiter vegan kochen. Vielleicht nicht jeden Tag. Ich habe meinem Freund versprochen ihm ab und zu (einmal im Monat ;) oder so) Fleisch zuzubereiten. Und ich hänge einfach viel zu sehr am Käse! Mmmh, ein leckerer Ziegenfrischkäse, oder ein französischer Weichkäse? Der Parmigiano im Risotto? Butter und Joghurt – benötige ich nicht! Milch? Dazu habe ich heute ein Tee-Experiment durchgeführt. Indischer Marsala-Tee mit Sojamilch. War sehr lecker! Aber Käse? Soweit bin ich noch nicht…

Aber damit ihr mir glauben schenkt, habe ich mal ein paar Fotos gemacht. Und wer das Kochbuch kennt, kann ja mal abgleichen, wer es besser kann. Der vegane Starkoch, oder ich?! ;)

 

Begegnungen

Manchmal sind für uns nicht die Pärchen-Abende die magischste Tageszeit sondern die Samstagmorgende. Besonders natürlich die Samstage, an denen man ausgeschlafen und fit ist und den Anfang des Tages gemeinsam damit verbringt noch ein paar Wochenenderledigungen durchzuführen.

Diesen Samstag haben wir das wieder mal ein wenig zelebriert. Auf dem “noch-zu-erledigen-Plan” stand ein Besuch im Fahrradladen (ich brauche einen neuen Fahrradkorb) und das in Augenschein nehmen eine Vegan-Ladens, der nicht allzu weit von unserer Wohnung entfernt sein sollte. Alles verbunden durch einen schönen Spaziergang. Das wichtigste an solchen Erledigungs-Pärchen-Unternehmungen ist, dass man offen für die Dinge um sich herum ist und nicht mit festen Einkaufslisten herumläuft. Dann macht das ganze keinen Spaß. Zu enge Zeitpläne darf man sich auch nicht setzen, das schränkt die Spontanität und Entdeckerfreude erheblich ein.

Etwas enttäuscht standen wir dann allerdings vor dem Vegan-Laden, dessen Besitzer aufgrund von “spontanem Urlaub” geschlossen hatte. Eines unserer Ausflugsziele war also schon mal ins Wasser gefallen. Direkt gegenüber befindet sich aber ein Eine-Weltladen, den ich im Vorbeiradeln schon öfter gesehen, aber noch nie betreten hatte. Kurzentschlossen betraten wir also stattdessen diesen Laden.

Das Flair war sehr typisch, der Geruch von Räucherstäbchen hing in der Luft und es sah nicht kaufhausmäßig-kommerziell, sodern ein wenig verkramt aus. Eine sehr stereotypenhafte Mitt-Fünfzigerin kam auf uns zu und erläuterte uns kurz, wo im Laden wir was finden, nachdem sie sich erkundigt hatte, ob wir schon einmal dagewesen wären. Lange bunte Leinenkleider, einige wenige mit Holzperlen verzierte Rastazöpfe und ansonsten eher kurzgeschorene Haare. Wie gesagt ein wandelndes Stereotyp stand vor uns.

Aber ihr offene und herzliche Art führte dazu, dass wir bald miteinander ins Gespräch kamen. Über vegane und vegetarische Ernährung, Quinoa (2013 ist übrigens das Jahr des Quinoas!) in den verschiedenen Farben und meine Verwunderung darüber, dass es den auch gepoppt gibt. Das Konzept der “Eine-Weltläden” (es handelt sich übrigens um den Ältesten in Dresden und einen der Ältesten in den neuen Bundesländern) wurde ebenso thematisiert, wie, was wir machen, wo wir uns kennen gelernt haben und warum wir es (seit immerhin 3,5 Jahren in Löbtau ansässig) noch nicht geschafft haben, im Weltladen vorbei zu schauen (Asche auf unsere Häupter).

Ausgestattet mit schwarzem Quinoa, einem Gewürz mit dem Namen Himalaya, das nach Indien riecht, Masala-Chai und jede Menge neuen Informationen und Infomaterialien, verließen wir den Laden eine gute Stunde später wieder. Zu Hause angekommen hatten wir jede Menge spannenden Gesprächsstoff und waren um ein “magisches Pärchen-Erlebnis” reicher. Und den Weltladen werden wir wohl in Zukunft öfter besuchen, denn die meisten Sachen dort sind Fair und Bio. Retten wir also ein wenig die Welt!

Theaterabend

Freitag Abend mit drei Stunden räuberischem Spektakel. Schillers “Die Räuber” in der Aufführung des Dresdner Staatsschauspiels, war, wie eigentlich alles was ich dort jemals gesehen habe, eine hervoragende Inszenierung. Die Rolle des Franz Moor war beeindruckend gespielt, der Darsteller schwankte zwischen clownhafter  Alberheit, Boshaftigkeit, Trauer und Wut und gebärdete sich wie ein Wahnsinniger. Wenn ich ihn nicht in anderen Rollen schon gesehen hätte, ich hätte ihn einliefern lassen. Die Ähnlichkeit mit dem Joker aus Batman ist wohl auch nicht von ungefähr gewesen.

Ansonsten spielte das Stück auf verschiedene Etappen deutscher Geschichte an. Beginnend bei der Wiedervereinigung, wurden NS-Zeit und übersteigertes Nationalbewusstsein, DDR und Kolonialzeit thematisiert und mit Musik, sowie Zitaten in Wort und Bild unterlegt.

Das abenteuerliche Bühnenbild, das vereinfacht gesagt ein drehbares großes Klettergerüst war, trug zur Geschwindigkeit und Beweglichkeit des Stücks erheblich bei und ließ den Sturm und Drang auf der Bühne Wirklichkeit werden.

Drei Stunden gutes Theater, mal wieder ein unvergesslicher Abend!

Auf den Schlips getreten – der Unmut der Ökostudenten

Er sei der, der die “Rolle des Arschlochs” übernimmt, stellt sich Spiegelredakteur Alexander Neubacher den versammelten Studenten der Vorlesung “Öko-verse Theorien” vor. Wie recht er hat, wird in den folgenden 90 Minuten schnell deutlich. Der Hörsaal ist im Vergleich zur letzten Veranstaltung deutlich voller und nicht wenigen scheint sein Buch “Ökofimmel” bekannt zu sein, ich gehöre nicht dazu.

Er polemisiert, argumentiert und erklärt. Er stellt Fragen und veruteilt, Schlagworte reihen sich an überspitzte Pointen. Er entwirft ein Bild unseres Landes und unseres Zeitgeists, in dem sich manch einer gespiegelt fühlen wird.

Glauben Sie auch an die Wiedergeburt des Joghurtbechers, der doch eigentlich thermisch verwertet (verbrannt) wird?

Denken Sie ebenfalls Biosprit sei gut für die Umwelt?

Benutzen Sie die Begriffe ‘Öko’ und ‘Bio’ ebenfalls synonym?

Ist es wirklich besser jetzt den eingelagerten Bioapfel vom letzten Herbst zu kaufen, statt den konventionellen aus Neuseeland? (aus ökologischer Perspektive)

Müssen wir in Deutschland wirklich Wassersparen? Mal davon abgesehen, dass das gut für den eigenen Geldbeutel ist?!

In erster Linie kritisiert er die Umweltpolitik, die sich in den letzten Jahrzenten eine “Ökopleite” nach der anderen leistet. Warum ist das so, warum rennen alle, wenn es um ökologische Themen geht sofort blind drauflos? Er macht dafür maßgeblich zwei Dinge verantwortlich:

1. Ökologie und Umweltschutz ist zumeist eine Glaubensfrage. Sie wird gleichsam zu einer Art Ersatzreligion, was sich an den damit verbundenen Begrifflichkeiten wie ‘Sinflut, Apokalypse, Umweltengel’ leicht zeigen lässt. Wer auf der Seite der Umwelt steht ist also moralisch auf der guten Seite und damit per se im Recht. Allein die gute Absicht macht immun gegen Kritik, als ob es nicht tausende von Beispielen dafür gäbe, dass Menschen aus den richtigen Gründen das falsche tun.

2. Deutsche Gründlichkeit, die dazu führt, dass seit Entstehung des Umweltministeriums Gesetze und Behörden noch und nöcher entstanden sind, die uns bis zur Erstickung verwalten und ein kleinen Stellschräubchen drehen, deren Wirkung dann entweder verpufft oder sogar das Gegenteil des Gewünschten bewirkt.

Herr Neubacher, der sich neben dem “Arschloch” auch noch als Mann vom Prenzlauer Berg mit vier Kindern und fünf Mülltonnen charakterisiert, gibt an selbst überzeugter Umweltschützer und Bioladenkäufer zu sein. Er möchte nur aufrütteln und die Menschen dazu bringen, ihre festgefahrenen Rituale zu überdenken. Wir sollten nicht nur symbolisch handeln, um unser schlechtes Gewissen zu beruhigen. Lösungen bietet er allerdings nicht viele an. Wenn es nichts bringt den Stromanbieter zu wechseln, dann ist die einzige Lösung das Aufkaufen von CO2-Zertifikaten (an der Börse gehandelt), das ist allerdings für Privatpersonen nicht so ganz einfach.

Der Spiegelredakteur geht von einem positiven Menschenbild aus. Er möchte weder den Kapitalismus noch den Fortschritt verdammen und sieht in letzterem unsere große Chance alle Umweltprobleme von heute in der Zukunft zu lösen. Und vor allem mag er keine dogmatischen Umweltschützer, Menschen, die anderen diktieren wollen, was richtig und was falsch ist und die sich über andere moralisch erheben. Er wehrt sich gegen jede Art der Ökodiktatur.

Mit dem herausfordernden Satz: “Wer schütz die Umwelt vor den Umweltschützern?” schließt er seinen Vortrag und lädt zu Diskussion ein. Er weiß, dass er provoziert und er weiß auch, dass vielen nicht unbedingt gefällt, wie er was darstellt. Etliche der studentischen Wortmeldungen zeigen dies nur zu deutlich.

So werfen sie ihm mehr oder weniger wortgewandt und wütend vor, er würde die Ökobewegung generell schlecht finden (habe ich so nicht herausgehört), er würde die positiven Seiten der Biobewegung einfach unterschlagen (?) und er würde den Ökogegnern in die Hände spielen (vielleicht, aber wir haben schließlich Meinungsfreiheit in disem Land, oder?).

Einige scheinen vor allem darüber erbost zu sein, dass all das, was sie in ihrem Alltag machen, was jeder einzelne tun kann, nicht anerkannt wird. An dieser Stelle versucht Herr Neubacher die Studenten zu beruhigen und erklärt ihnen, dass er die “Graßwurzelbewegung” (das Fußvolk der Umweltschützer) sogar sehr gut findet. Seine Kritik richtet sich vor allem auch gegen die politischen Instrumente.

Die Spannung im Hörsaal ist trotzdem greifbar und ich habe wirklich noch nie im Anschluss an irgendeine Vorlesung so eine lebhafte Diskussion erlebt. Mir persönlich hat es Spaß gemacht. Ich habe noch nie verstanden, warum so viele Menschen ihre Meinung zu Themen wie Ökologie und Wirtschaft zum Teil auch Politik immer wie Glaubensfragen vertreten müssen. Ich dachte immer in einer aufgeklärten Gesellschaft ist das in Frage stellen, das Zweifeln und Überlegen nicht nur erwünscht sondern gewollt.

Aber ich kann viele der aufgebrachten Studenten natürlich auch verstehen. Es hinerlässt ein schales Gefühl, wenn man gesagt bekommt: “vieles von dem, was du da tust, ist nicht hilfreich”, vor allem, wenn man sich doch wirklich Mühe geben will. Wenn man wirklich glaubt, damit etwas zu verändern und nicht nur “Greenwashing” für sein eigenes Leben betreibt. Und wenn der Berg der aufgeworfenen Fragen um so viel höher ist, als die paar Antworten, die zur Verfügung stehen, dann steht man nach jede Menge Aufklärung am Ende ein wenig ratlos da.

Auf der anderen Seite steht ja auch am Anfang jeder guten wissenschaftlichen Arbeit die Frage. Ohne die richtigen Fragen sind wir nicht in der Lage die Antworten zu suchen geschweige denn zu finden. Seien wir also nicht verärgert, sondern bleiben aufmerksam und neugierig und machen uns auf die Suche:

nach Antworten!

 

Unter Freunden – eine Konsumkritik

Vor inzwischen über einem Jahr habe ich zum ersten Mal Erfahrungen mit dem Konzept “Verkaufsparty” sammeln können. Damals war ich zu einer Freundin auf eine Tupper-Party eingeladen. Im großen und ganzen besteht diese “Party” aus einer Vorstellung aller wichtigen Produkte (in diesem Fall die der Firma Tupper), ohne die man nicht leben kann. Und falls man es bisher konnte, dann wird es einem in Zukunft verleidet, weil man ohne nicht mehr leben möchte. Zum Beispiel die Schüssel mit deren Hilfe man Nudeln in der Mikrowelle kocht. – Nie von gehört? – Braucht man auch eine Mikrowelle für, aber diese Mehrkosten sollte einem der Spaß schon wert sein.

Anschließend gibt es eine Produkttestphase. So haben wir auf besagter Veranstaltung zusammen eine Quiche gebacken, mit Hilfe verschiedener Tupperprodukte versteht sich. Seit dem weiß ich, dass es einen Tupper-Zwiebelhexler gibt, den ich durch ein Band antreibe. “Keine tränenden Augen” (O-Ton der Verkäuferin), aber viel Abwasch und ich bin mit dem Messer definitv schneller, wobei ich natürlich einen unfairen Vorteil gegenüber vielen Hobbyköchen habe. Unverzichtbar ist auch der Dosenöffner. Für dreißig Euro kann ich etwas erwerben, das ewig hält, keine scharfen Räder erzeugt und ohne Krafteinsatz anwendbar ist. Das würde sich bei unserem Dosenkonsum auch wirklich rechnen. Zumal jede gute Mutter (nicht das bei besagter Veranstaltung welche dabei gewesen wären…) ihrem Kind immer Dosen zum auslutschen gibt, ohne scharfe Ränder natürlich, wegen der leckeren Bisphenol-A-haltigen Kuststoffbeschichtung innen … Mhhh!

Die Quiche, gebacken in einer Latex-Form bei deren Verwendung man keinen Teig für den Boden benötig, war übrigens höchstens mittelmäßig. Wenn ich kalorien- oder kohlenhadratarm essen möchte, dann sollte es halt lieber ein schöner Salat sein und kein Quiche ohne Boden.

Abschließend kommt dann die Verkaufsphase. Man hatte ja ausreichend Gelegenheit die Vorteile aller Produkte zu bewundern und möchte nun nach Möglichkeit ganz tieef in die Taschen greifen, um vielleicht den ein oder anderen Schatz mit nach Hause zu nehmen. Bei Tupper ist es übrigens auch so, dass der Gastgeber ein Geschenk bekommt, das umso größer ausfällt je kauffreudiger sich die eingeladenen Freunde zeigen. Die fragwürdigen Seiten des Netzwerkmarketings.

Ich habe mich damals der Ausgabe auch nur eines einzigen Euros verweigert. Und selbst bei Sachen, wo man mal sagt “ok, das könnte ganz praktisch sein” stellt man fest, brauchen (im Sinne von ohne dieses Produkt nicht klarkommen) tut man es nicht. Und heute wüsste ich nicht mal mehr, was davon ich überhaupt praktisch gefunden habe. Im Gedächtnis geblieben sind mir nur die Kuriositäten.

Letzten Freitag war ich mal wieder zu so einer Veranstaltung eingeladen. Diesmal handelte es sich um einen Schminkworkshop, also die getarnte Verkaufsveranstaltung einer Kosmetikvertreterin. Versprochen wurde einem eine “freudvolle und spannende Atmosphäre”. Schon das Wort freudvoll ist in diesem Zusammenhang fragwürdig und was an Kosmetik Spannung erzeugt, blieb auch offen. Bislang dachte ich immer, jede Menge Creme im Gesicht hilft Spannungen zu reduzieren. Naja – genug der Wortspielerei. Ich gebe zu, ich bin von Natur aus neugerig, also bin ich hingegangen. Was man nicht ausprobiert hat, darüber kann man nicht sprechen (und in meinem Fall auch nicht schreiben) und schminken ist ja etwas, dass den meisten Frauen und Mädchen Spaß macht.

Ich möchte auch ehrlich sein, ich habe tatsächlich etwas darüber gelernt, wie ich zum Beispiel meine Augen besser schminken kann. Im Alltag bin ich ja häufig sogar für Mascara zu faul und Makeup benutze ich nie. Trotzdem sollte man vieles in Frage stellen. So bin ich nach wie vor überzeugt nicht drei Schichten Irgendwas auf mein Gesicht auftragen zu müssen. Und das alle diese Schichten “meine Haut atmen lassen sie aber vor allen schädlichen Umwelteinflüssen (Pollen, Sonne, Bakterien) schütz” wage ich ebenfalls zu bezweifeln. Angefühlt hat es sich irgendwie nicht so.

Das Ergebnis sah allerdings gut aus, wobei ich so nie zur Uni gehen würde und selbst für das geplante Essengehen am Freitag Abend kam es mir ein wenig to much vor. Aber ich weiß jetzt, dass ich eng stehende, große, leicht schräge grüne Augen und ein viereckiges Gesicht habe. Das alles hätte mir ein Blick in den Spiegel natürlich auch offenbaren können, aber ich habe jetzt eine darauf zugeschnittene Anleitung, wie ich am besten Liedschatten auftrage und wie ich den Eyliner zu setzen habe.

Am Ende kam natrülich auch hier die Verkaufsphase und diesmal habe ich tatsächlich etwas gekauft. Praktischerweise haben ja solche Berater ein tragbares EC-Gerät, sodass man das Geld virtuell schon mal los ist, bevor man das Produkt in der Hand hat. Auch einen Termin für eine Hautfachberatung habe ich mir aufschwatzen lassen, den werde ich aber wohl wieder absagen. Die Produktserie im Wert von über hundert Euro, die man da empfohlen bekommt, will ich eh nicht. Dann liebe gar nicht erst hingehen.

Das ist das Problem mit dem Party-Konzept, wenn die Verkäuferin nett und sympathisch (also gut) ist, dann will man nicht nichts kaufen. Schließlich hat sie sich drei Stunden Zeit für den Spaß genommen. Beim nächsten Mal werde ich deshalb lieber nicht mehr hingehen. Wobei, wenn ich sie einladen würde, bekäme ich ein Pinselset im Wert von 50 Euro, nicht das ich wüsste, was ich mit 15 verschiedenen Pinseln anfangen sollte. Angeblich geht das morgendliche Makeup dann schneller. Aber wie gesagt, ich benutze morgens nichts, wofür ein Pinsel nötig wäre.

Eine andere Freundin ist genau aus diesem Grund gar nicht erst hingegangen. Sie meinte allerdings lakonisch: “wenn wir schon Verkaufspartys veranstalten, warum machen wir dann nicht ein Dildo-Party?” Da gäbe es wenigstens Sekt und interessante Frauengespräche.

Wie da allerdings die Produkttestphase aussieht, habe ich lieber nicht nachgefragt.

Containerdenken und Weltanschauung

“Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nicht angeschaut habe.”

Mit diesem Zitat Alexander von Humboldts schloss der Professor aus Zittau seine Vorlesung zum Thema “Globalisierung – Wie abgeflacht ist unser Denken?” In den letzten 1,5 Stunden habe ich viel gelernt. Der Globalisierungsbegriff mag zwar relativ neu sein, die zugehörigen Prozesse sind schon sehr alt und gerade in Europa hat es sie schon in den verschiedensten Epochen mehr oder weniger stark ausgeprägt gegeben. Zudem gehören zur Globalisierung eine Vielzahl von Prozessen und nicht nur die oft im Fokus stehende Wirtschaft. Die Auswirkungen sind in allen Bereichen unseres Lebens zu spüren und sehr vielfältig.

Die großen Problemfelder der Globalisierung “Arbeitsschutz, Menschenrechte, Umweltschutz, Korruptionsbekäpfung” kennt inzwischen jeder.

Eines der großen Probleme der Wissenschaften, die sich mit Globalisierung beschäftigen ist es übrigens, dass sich Prozesse nicht mehr in geschlossenen Systemen darstellen lassen. Volkswirtschaft? Ein Konstrukt, das nicht mehr existiert (vielleicht nie existiert hat). Nationalstaaten? Linien auf einer Karte, deren Bedeutung schwindet. Wissenschaften? Wissen in Schubladen und Container, die in der Realität nicht existieren. Aber wir sind gewohnt so zu denken. In Container. Alles quadratisch, praktisch und gut. Leicht zu handhaben. Überschaubar. Nur – wer so denkt, wird die Prozesse einer globalisierten Welt nicht verstehen. [Als Trost sei an dieser Stelle angemerkt, dass die Wissenschaftler auch noch keine funktionierenden Theorien haben und daher die Prozesse auch nicht verstehen, sie geben es nur ungern zu.]

Auf der Machtebene betrachtet bedeutet Globalisierung vor allem den Machtverlust der Nationalstaaten. Mit den Worten des Dozenten: “Alles wir privatisiert und Politiker fühlen sich immer noch so wichtig wie früher” aber er konnte uns berühigen: “Keine Angst – von Frau Merkel werden wir noch ein Weilchen was haben!”

Machtgewinn bedeutet die Globalisierung für Konzerne (nicht überraschend), NGOs (Nicht Regierungsorganisationen wie ATAC) – Organisationsmittel der Zivilgesellschaft, die auf globalpolitischer Ebene immer wichtiger werden, – und nicht zuletzt die Medien.

Die Macht der Medien ist gerade heutzutage riesig, sodass das Sprichwort “Wenn in China ein Sack Reis umfällt…” nicht mehr gültig ist, da es sehr wohl interessiert, was in China, Brasilien oder Australien passiert. Allerdings muss dies durch die Medien richtig vermittelt werden. Und das ist das große Problem unserer Zeit. Wir wissen gleichzeitig zu viel und zu wenig. Wir können uns alle Informationen über alles aus dem Internet ziehen und Texte darüber lesen und doch wissen wir nichts. Weil wir immer auf Selektion und Aufbereitung durch Dritte angewiesen sind. Weil ein einzelnes Bild oder ein Text, nie das Gesamte zeigt. Weil hinter jedem Text die Intention des Schreibers steckt, mag sie noch so edel und gut sein.

Anschaulich gemacht hat er uns diese Problematik anhand des zweiten Golfkrieges und der damaligen Berichterstattung (an die sich mit Sicherheit keiner der anwesenden Studierenden erinnern konnte) über den sogenannten “chirurgischen Krieg”, der den Menschen, die die ängstliche Lähmung des kalten Krieges und dem drohenden Atomkrieg erlebt haben, gezeigt hat: “Seht her, Krieg führen ist wieder möglich!”. Das die Intentionen hier weder edel noch gut waren, steht wohl außer Frage.

Informationen sind also wichtiger denn je in der heutigen Zeit und zugleich ebenso problematisch. Denn wenn wir das interpretative Paradigma: “wenn Dinge für wahr gehalten werden, dann sind sie in ihrer Konsequenz wahr” als gegeben annehmen. Dann sind falsche, unvollständige und falsch interpretierte Informationen unglaublich gefährlich. Es klingt krass, wenn jemand behauptet, dass in unserer heutigen Zeit “Kommunikationswaffen den Massenvernichtungswaffen überlegen sind”. Nichts desto trotz haben viele Informationen dieser Kommunikationsmittel (-waffen?) erstaunliche Auswirkungen. Um das zu begreifen, muss man sich nur die Politik der Bundesregierung in den letzten Jahren anschauen. Wie sonst ist es möglich, dass ein Tsunami am anderen Ende der Welt zum Atomausstig in Deutschland führt?

Und die Schlussfolgerung?

Bleibt nicht vorm Rechner sitzen. Stellt Dinge und Informationen in Frage. Nehmt nicht alles als gegeben hin und geht hinaus und schaut euch die Welt mit eigenen Augen an! Denn wie sagte schon Alexander von Humboldt? “Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nicht angeschaut habe.”

Mensen gehen

Am Weberplatz, dem Gebäude der TU Dresden wo die Erziehungswissenschaftliche Fakultät sitzt, gibt es seit gestern keine Mensa mehr. Nur noch ein Café und das macht jetzt sogar noch früher zu als sonst. Also muss ich, bevor ich nachmittags meinen Job hier antrete oder zum Seminar gehe,  jetzt in die neue Mensa gehen, die in einem der Studentenwohnheime in direkter Nachbarschaft entstanden ist. Das Personal dort war heute offensichtlich mit dem Studentenansturm leicht überfordert. Dabei kann man sich doch denken, dass eine Mensa im Wohnheim auch für Studenten, die sonst woanders essen, ein Grund sein könnte, mal dort ‘Testessen’ zu gehen. Oder zu “mensen”,  wie Dresdner Studenten dazu sagen. Um ein Uhr war der Fisch ausverkauft, als Ersatz wurde Schnitzel angeboten. Da ich es auf das vegane Tofu-Geschnetzelte abgesehen hatte, war das für mich kein Problem. Eine Salatbar gibt es jetzt auch, die habe ich bislang immer vermisst. Immerhin kennt man einige der anderen (zum Teil deutlich größeren) Mensen auf dem Campus und deren breites Angebot. Da ist man als Lehramtsstudent aber immer zu weit ab vom Schuss, dass sich der Weg dorthin zeitlich rechnen würde. Also wird man aus pragmatischen Gründen auf zwei Gerichte beschränkt. Das ist nicht so toll, aber man gewöhnt sich ja an (fast) alles. Jetzt habe ich immerhin zwei Gerichte plus Salat zur Auswahl und ein Gericht ist immer vegetarisch.

Es lebe also die neue Mensa!

PS: Wer kommt morgen mit mensen?

“Genau!” oder 180 Minuten Literatur mit Zusatzpaket

Als ich noch zum Gymnasium ging, habe ich Ähnliches schon einmal erlebt. Ein Lehrer, der Referate verteilt und dann dem Referenten permanent ins Wort fällt. Natürlich kann und sollte man bei ganz gravierenden Problemen eingreifen. Aber unser Literaturdozent, den ich vor zwei Wochen noch gelobt habe, redet offensichtlich so gerne, dass er Referate für unerträglich hält.

Schon bei Folie zwei im ersten Vortrag sprang er auf und schmetterte “Genau!” durch den Raum. Dies allerdings nicht als Zeichen der Zustimmung, sondern weil die Referentin seiner Meinung nach zu lange bei einem aus seiner Sicht irrelevanten Thema verharrt hat. Danach stieg er in die Diskussion mit ein, fragte hin und wieder mal den Rest der Seminarteilnehmer nach Informationen und redete ansonsten selbst. Die Referentin des ersten Vortrags (90 Minuten) schaffte drei (!) Folien ihrer Präsentation. Vorwiegend stand sie dekorativ vorne im Raum. Setzte sie doch noch einmal an wurde sie “Genau!” unterbrochen und unser Dozent verkündete wieder lautstark seine Meinung. Nebenher diskreditierte er noch unstudierte Theatergänger: “Nehmen Sie mal jemanden, der nicht Germanistik studiert hat – auch solche Leute dürfen ja ins Theater. Ist zwar Schade, aber sie dürfen!” ereiferte er sich. Mit einem Augenzwinkern zwar, aber trotzdem.

In der zweiten Doppelstunde bestand das Referantenteam zu den “Leiden des jungen Werther” aus zwei Studentinnen. Eine davon hat sich das Rederecht merhmals zurückerkämpft. Allerdings nie lange.

Nach 180 Minuten “Werther” und “Götz” und jede Menge “Genau!” habe ich mich wie überfahren gefühlt und war nicht unbedingt begeistert, als er die Referenten für die nächsten zwei Doppelstunden, zu denen auch Lena und ich gehören, noch in seiner anschließenden Sprechstunde sehen wollte. Das ging dann aber recht zugüg, wobei es auch kein Gespräch sondern ein Monolog seinerseits war. Lenas und mein Beitrag bestand aus nicken, mitschreiben und mehreren  “mhm” in größeren Abständen. Da er uns Vorgehen, Literatur und Gliederung diktierte, gab es auch nichts, wozu man hätte Fragen stellen können…

Genau!

Ansonsten bin ich sicher, dass ich auf dieses arme kleine Wörtchen, das viele Deutsche recht inflationär benutzen (meine tschechischen Schüler hat das immer verwirrt, ich benutze es nämlich auch ganz gerne), am Ende des Semesters allergisch reagieren werden. Erste Anzeichen dafür gab es schon gestern:

Ich: “Wir sehen uns dann morgen!”

Lena: “Ge … Richtig!”

Wir mussten beide lachen, aber wir wussten auch, dass wir dieses “genau”  bald ebenso hassen werden, wie wir Phrasen anderer Dozenten zu hassen gelernt haben und nicht mehr werden vergessen können. Den Klang der Stimmen dazu haben wir immer noch im Ohr.

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