Annas Blog

Die kleinen Freuden

oder Nette Nachbarn

Gestern stand ein kleiner Topf vor unserer Wohnungstür als wir Abends aus dem Fitnessstudio kamen. Daurauf lag ein kleiner weißer Zettel auf dem stand “Himbeermarmelade”.

Wir wohnen jetzt seit fast vier Jahren hier im Haus. Das merkt man auch daran, dass die Wohnung immer kleiner zu werden scheint. Meine regelmäßigen Ausmist-Aktionen scheinen darauf auch keinen Einfluss zu haben. Aber man merkt es auch daran, dass man inzwischen fast alle anderen Parteien, die hier wohnen kennt. Vorallem die Beständigen.

Der kleine alte Mann, der im Erdgeschoss wohnt und Sommer wie Winter die Straße mit seiner Zigarre auf- und abwandert. Immer ein freundliches Lächeln und ein kurzer Gruß. Wenn ich in unsere Straße einbiege und es nach Zigarre reicht, dann weiß ich, dass ich gleich zu Hause bin.

Die alte Frau, deren Küchenfenster direkt am Hauseingang ist. Sogar wenn es bitterkalt draußen ist, schafft sie es einen abzufangen, wenn man gerade den Briefkasten leert. Bei guten Wetter sollte man immer Zeit für ein Schwätzchen haben. Als ich gestern das Haus Richtung Uni und Vorlesung verließ, hat sie mich gefragt, ob ich schoppen gehe. Mache ich nur selten, daher war ich verwundert über diese Frage. Zumal sie eigentlich recht gut Bescheid weiß, wann ich was mache*. Ob Wäsche aufhängen oder einkaufen, alles muss besprochen werden. Manchmal, wenn ich keine Zeit habe, husche ich am Fenster vorbei, dann winke ich ihr meist vom Fahrrad aus zu.

Unsere Pakete nimmt oft der Hausmeister (1.Stock) entgegen, der auch bereitwillig das Briefkastenleeren übernimmt, wenn wir in den Urlaub fahren und jedesmal heftig protestiert, wenn wir ihm dafür eine Schachtel Pralinen zum Dank vorbeibringen.

Seit neuestem bekommen wir regelmäßig frisch Geerntetes aus dem Schrebergarten einer weiteren älteren Dame, die im Erdgeschoss wohnt. Angefangen hat alles, als sie uns eine Schale Erdbeeren vorbei gebracht hat. Wir saßen gerade draußen auf der Wiese und haben Zeitung gelesen. Am nächsten Tag haben wir uns überschwänglich bedankt. Seitdem gab es ein Schale frische Himbeeren und gestern frische Himbeermarmelade. Die war noch warm. Als ich vorhin einkaufen gefahren bin, habe ich sie vorm Haus getroffen und wurde ausdrücklich aufgefordert keine Gurke zu kaufen, die sei morgen reif und würde dann wieder vor der Tür auf uns warten. Und nächste Woche gibt es dann Stachelbeeren. “Die mögen Sie doch auch, oder?”

Na klar, und ich wohne echt gerne hier!

 

*Genau genommen weiß sie ziemlich gut darüber Bescheid, was jeder Einzelne im Haus den lieben langen Tag so macht.

Categories: Alltägliches

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1 Comment

  1. Überschwängliches Lob der Himbeermarmelde, die übrigens wirklich unglaublich lecker ist, führte zu zwei weiteren Gläsern leckerer Himbeermarmelde ;)Mmhhhhhh!

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