Annas Blog

Es funktioniert nicht mehr

oder Meine guten Vorsätze fürs Neue Jahr

Ich konnte es. Sogar ziemlich gut. In den ersten Semestern haben sich viele beklagt. Sie wüssten nicht wo sie anfangen sollten, sie würden zu spät anfangen, zu viel Zeit anderweitig verschwenden. Herumdaddeln. Prokrastinieren.

Ich habe sie belächelt und wusste nicht wovon sie reden. Wahrscheinlich bin ich zu gatt durch die vielen Semester gerutscht, die jetzt schon hinter mir liegen. Im Rückblick war es so einfach – zu einfach? Ich war gefühlt immer mindestens einen Schritt voraus, manchmal zwei. Ohne allzu ehrgeizig zu sein, möchte ich hinzufügen. Ich habe mir nicht mehr aufgehalst als nötig oder vorgesehen war. Aber das Vorgesehene war gerade optimal.

Doch irgendwann im letzten Jahr ist etwas seltsames pasiert. Ich vermute, dass es angefangen hat als ich aus Tschechien wieder zurückkam. Anschließend sofort Schulpraktikum, das war super, hat Spaß gemacht, war praktisch. Dann kam die Ernüchterung: mir fehlten immer noch mindestens zwei Semster, eine Handvoll Hausarbeiten/Klausuren und die Masterarbeit. Meine Motivation tendierte gegen Null, trotzdem habe ich das Sommersemester hinter mich gebracht. Nicht ganz so erfolgreich wie sonst, viel auf den letzten Drücker, eine Hausarbeit sogar verschoben. Das war mir noch nie passiert.

Aber es wurde noch schlimmer. Nach dem Urlaub hätte ich mich sofort in die Arbeit stürzen sollen, das Wintersemester stand bevor. Ich konnte nicht. Wie gelähmt verbrachte ich Tage hinter Büchern oder daddelnd in den tiefen des World Wide Web. Sprang von Link zu Link, von Text zu Video, zu Bild, zu Nachricht, zu Tweet, zu Post und wieder zurück. Imer auf der Flucht vor den eigentlichen Aufgaben, geradeso das nötigste Termingerecht abarbeitend. Mit den Gedanken immer bei dem Morgen, an dem ich richtig anfangen würde, mich endlich mit vollem Elan in die Arbeit zu stürzen.

Leider kam der Elan nicht. Umso länger ich wartete, umso mehr rückte er in nicht erkennbare Fernen. Winkte ironisch vom Horizont und schien mich zu verspotten.

Deshalb sitze ich jetzt hier, in der Bibliothek. Habe mich früher als gewohnt aus dem Bett gequält. Hier, wo jeder im vorbeigehen auf den Monitor schauen kann, weiß ich, dass ich die Besuche bei Facebook, Twitter und Co. und diversen interessanten Nachrichtenseiten, Blogs u. ä. auf ein Minimum beschränken kann. Hier kann ich nicht alle 20 Minuten aufstehen und durch die Wohnung wandern, ich kann auch nicht, um den Arbeitsplatz zu meiden, kochen oder backen. Ich stelle mich der Arbeit und hoffe der Elan kommt dann mit, vielleicht funtionert es auf diese Weise.

Leider bedeutet das auch, dass ich in nächster Zeit den ein oder anderen Text weniger schreiben werde, denn auch das kostet immer einiges an Zeit (dieser hier bislang 25 Minuten). Aber ab und zu werde ich mich bestimmt mal melden, dazu mag ich mein Blog viel zu sehr. ;)

Categories: Alltägliches

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3 Comments

  1. oooh…und wir werden traurig verstehen und warten und warten und hoffen das sich der Elan durch die Veränderung der Arbeitsumstände angezogen fühlt und einfach wieder mitkommt! …statt vom Horizont zu schauen und zu warten – warten also lieber wir , die treuen Leser und hoffen auf baldigen Erfolg!

    Liebe Grüße aus der Südheide

  2. Ich kann mich nur anschließen und versprochen, wenn ich den Herrn Elan irgendwo sehe oder treffe, schicke ich ihn direkt zu dir ;-) Wir drücken dir ganz fest die Daumen. Du hast bis jetzt schon so viel geschafft, halte durch der Rest wird auch noch.

  3. Ihr seid lieb! Und keine Sorge der Rest wird definitiv. Ein wenig Selbstreflexion ist manchmal unerlässlich und einmal aufgeschrieben ist das Problem erkannt und angegangen und damit dann auch schon halb gelöst!

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