Annas Blog

Didaktische Zwischenbilanz

Heute habe ich mit Jana eine Zwischenbilanz der vergangene drei Monate (Oh Mann, bin ich wirklich schon so lange hier?!) gezogen. Zum einen ging es dabei um die Projekte aber auch um allgemeine Dinge. Und wir haben ein wenig geplant, was ich im Januar noch machen kann/ soll/ darf. Das möchte ich an dieser Stelle ein wenig zusammenfassen.

Projekte: Zusätzlich zu dem was ich gestern schon zu diesem Thema geschrieben habe, möchte ich als wesentliche Punkte festhalten: Zu hohe Erwartungen meinerseits; eine Dinge, die ich vorrausgesetzt habe, waren nicht gegeben (z.B. Teamfähigkeit nicht in dem Maße vorhanden, vor allem bei der ersten Klasse, die auch als Klassenkollektiv noch nicht gut funktionieren). Organisatorische Probleme (Normaler Unterrichtsstoff und die Projekte zusätzlich? – Nebeneinander war schwierig), dadurch bedingt haben viele Schüler nicht die Unterstützung bekommen, die sie gebraucht hätten. Außerdem waren die technischen Gegebenheiten unvorteilhaft: wir hatten nicht immer einen Rechner bzw. die Möglichkeit für alle am Rechner mit Internet zu arbeiten. Zudem hatten einzelne Schüler große Probleme vor einer größeren Gruppe frei zu sprechen und eventuell war der Druck hier zu groß. Fazit: Es lief zwar letztendlich besser als in der Generalprobe, allerdings keineswegs perfekt und auch organisatorisch würde ich so etwas beim nächsten mal anders aufziehen.

Allgemein: Eine wichtige Lektion für mich war, dass es tatsächlich relativ lange dauert bis man ein gutes Verhältnis zu den Scülern aufbaut. Jana meint drei Monate in einer neuen Klasse sind normal. Erst jetzt vor Weihnachten haben wir einen Punkt erreicht, an dem wir beide das Gefühl haben, dass die Schüler gerne mit mir arbeiten, sich natürlich Verhalten und sich niemand mehr schämt in meiner Gegenwart zu sprechen und Fehler zu machen. Ein Lehrer-Schüler-Verhältnis das auf Vertrauen basiert braucht ein wenig Zeit. Jana meint zudem, dass sie zu Beginn einen Fehler gemacht hat, als sie nicht wirklich klar gemacht hat, dass auch ich als Lehrerin fungiere. Das stimmt wahrscheinlich, wenn gleich ich ihr das nie vorwerfen würde, denn die Situation ist schließlich für uns beide neu und ungewohnt gewesen.

Zweite Lektion: Pläne sind gut aber man sollte trotzdem flexibel bleiben. Ich klammere mich bisweilen zu sehr an den Plan den ich mir im vorhinein gemacht habe. Weil im Normalfall denke ich mir natürlich was dabei und will das, was ich mir überlegt habe, auch durchziehen. Das hat schon das ein oder andere Mal dazu geführt, dass ich etwas was die Schüler gerade brennend interesiert hat, abgebrochen habe, um mit meinem Plan fortzufahren. Jana sagt, es ist manchmal sinnvoller mit dem weiterzumachen, was die Schüler gerade begeistert, da sie dann gerne darüber sprechen (Deutsch) und dabei mehr lernen.

Dritte Lektion: Ziele klarer formulieren. Etwas was wir beide schmerzlich vernachlässigt haben (und ich sollte es dank Frau Forßboom wirklich besser wissen ;)) sind die Zielformulierungen. Ich habe zwar oft genaue Pläne aber nur schwammige Zielvorstellungen. In etwa: also das Lied soll dieses oder jenes gramatikalische Phänomen verfestigen und dieht dazu dass die Schüler noch mal dieses oder jenes Thema verdeutlichen. Aber selbst diese eher wagen Formulierungen habe ich mir nur selten aufgeschrieben.  Das haben wir uns für den Januar vorgenommen zu ändern.

Pläne für Januar: Kurze Vorträge für die Schüler vorbereiten zu verschiedenen Dingen der deutschen Kultur, die mir am Herzen liegen. Viele schöne Dinge überlegen, die ich gerade gegen Ende meiner Assistenzzeit noch mit den Schülern machen kann. Es gibt also noch was zu tun … :D

Categories: als Comenius-Assistentin in Tschechien

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2 Comments

  1. Leider bin ich mit dem Lesen etwas hinterher, habe aber heute alles nachgeholt ;-). So schlecht sieht die Zwischenbilanz doch gar nicht aus und auch aus Fehlern kann man lernen (sollte man nicht vergessen!). Wir wünschen Dir noch eine angenehme “Restzeit” und freuen uns, wenn Du wieder da bist. Mir wird dann richtig was fehlen. Ich lese Deinen Blog immer während meiner Kaffeepause und finde es stets angenehm und unterhaltend.
    Liebe Grüße!!

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